Bischof Büchel besuchte Gallus in Benin

Seit 1926 wird das afrikanische Priesterseminar vom Bistum St. Gallen unterstützt. Wie vor ihm alle Bischöfe war auch Bischof Markus Büchel 2009 zu Besuch. Morgen Freitag besucht Papst Benedikt das Séminaire Saint Gall, Ouidah/Benin.

Sabine Rüthemann
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Besuch von Markus Büchel in Saint Gall Quidah. (Bild: Sabine Rüthemann)

Besuch von Markus Büchel in Saint Gall Quidah. (Bild: Sabine Rüthemann)

1861 hatten die ersten weissen Missionare den Boden von Ouidah betreten, die junge Kirche in Benin wächst seit damals stetig. Zwischen 1978 und 2004 hat sich die Zahl der Katholiken in Afrika von rund 55 Millionen auf fast 149 Millionen nahezu verdreifacht. Mehr und mehr haben Einheimische die Seelsorge in ihren Heimatländern übernommen, die theologische und philosophische Ausbildung war und ist eine wichtige Voraussetzung dafür.

1926 besuchte der Bischof von St. Gallen, Robert Bürkler (1863 bis 1930), Rom. Kardinal van Rossum bat ihn damals, die Patenschaft für ein Priesterseminar in Afrika zu übernehmen. Bürkler stimmte zu, am 9. Mai 1927 schrieb der Bischof erfreut an die Pfarreien des Bistums St. Gallen: «S. Eminenz Kardinal von Rossum hat meine Bitte, dem Zentralseminar in Ouidah den Namen unseres hl. Landesvaters Gallus zu geben, gütigst aufgenommen. Es ist ein schönes Missionswerk für unsere Diözese, die Gründerin dieses Seminars zu werden.»

Das Bistum St. Gallen unterstützt das Séminaire Saint Gall seither jährlich mit einem namhaften Beitrag. Und begabte Seminaristen erhalten Unterstützung für ein Weiterstudium in Europa, um später als Dozenten oder Bischöfe in ihrer Heimat zu wirken. Im St. Galler Bistumsarchiv wird deutlich, dass alle Bischöfe seit Bürkler den Kontakt zu Benin pflegten, mehrere waren persönlich in Quidah zu Gast, darunter Otmar Mäder oder Ivo Fürer.

2009 besuchten Bischof Markus Büchel und der heutige Bischof von Basel, Felix Gmür, das Séminaire Saint Gall. Vor dem Hauptgebäude steht eine überlebensgrosse Gallus-Statue samt Bär. Im Speisesaal und in der Kirche sind weitere Plastiken und Bilder des St. Galler Bistumsheiligen zu finden. Rund 200 angehende Priester studieren im Séminaire. Markus Büchel erlebte in Ouidah eine afrikanische Kirche, die ihre eigene Identität entwickelt hat. Gewaltige Aufgaben stehen für die junge Kirche an, beispielsweise im Bildungswesen, insbesondere für die Ausbildung von Mädchen muss stete Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Sehr aktiv ist die Kirche im Gesundheitswesen, wo die Betreuung von HIV-Infizierten, Aids-Kranken und ihren Familien einen Schwerpunkt bildet. In allen Bereichen ist die Kirche Afrikas bis heute angewiesen auf finanzielle Hilfe aus dem Norden.