Bis gestern haben bereits 17,9 Prozent gewählt und gestimmt

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Wahlbarometer Die Wahl- und Stimmbeteiligung wird in der Stadt St. Gallen am 26. November sicher tiefer liegen als Ende September beim ersten Durchgang der Stadtratsersatzwahl. Damals retournierten fast 46 Prozent der Städterinnen und Städter ihre Wahlzettel. Ende November, so schätzt die Stadt, wird die Beteiligung bei 38 bis 40 Prozent liegen. Das wäre aber für eine wenig umstrittene Sachvorlage und einen zweiten Wahlgang immer noch ein sehr guter Wert. Bei weniger umkämpften zweiten Wahlgängen in die städtische Exekutive rutschte die Beteiligung in den letzten zwei Jahrzehnten einige Male unter die 30-Prozent-, einmal tauchte sie sogar unter die 20-Prozent-Marke.

Das Wahlbarometer ist aufgeschaltet

Laufend Hinweise aufs Stimm- und Wahlverhalten liefert vor dem 26. November das städtische Wahlbarometer im Internet. Es informiert zweimal pro Woche sowie in der Woche vor dem Urnengang täglich darüber, wie viele Stimmcouverts bei der Stadt eingegangen sind. Seit dem 3. November kann brieflich gestimmt werden. Bis gestern Mittag sind 8084 Couverts mit gültigen Stimmausweisen bei der Stadt eingegangen. Das entspricht einer Beteiligung von 17,9 Prozent. Und das ist gemäss Stephan Wenger ein hoher Wert. Allerdings deutet er für den Sekretär des städtischen Stimmbüros nicht auf eine Rekordbeteiligung hin, sondern sei vermutlich eher damit zu erklären, dass viele Bürgerinnen und Bürger zum Vornherein gewusst hätten, was sie stimmen und wen sie wählen wollten. Das war am 24. September anders: Da seien auffällig viele Stimmcouverts erst in den letzten Tagen vor dem Abstimmungssonntag retourniert worden. Das habe wohl vor allem mit der damals zu entscheidenden eidgenössischen Vorlage zur Altersvorsorge zu tun gehabt, vermutet Stephan Wenger. Ein hoher Anteil der Stimmberechtigten sei offensichtlich unsicher gewesen und habe vor dem Ausfüllen der Stimm- und Wahlzettel den Verlauf der Diskussionen abwarten wollen.

Kopf-an-Kopf-Rennen um den CVP-Sitz im Stadtrat

Eine eidgenössische Vorlage, die das Stimmvolk in Scharen an die Urne zieht, fehlt am 26. November. Diesmal sind ausschliesslich städtische Geschäfte zu entscheiden. Zum einen ist das die Vorlage über die zweite Ausbauetappe der Fernwärme. Stadtrat und Parlament möchten dafür 65,5 Millionen Franken investieren. Die Vorlage ist weitgehend unbestritten. Hier liegt ein Ja in der Luft. Spannender ist der zweite Wahlgang für die Stadtregierung. Boris Tschirky (CVP) und Sonja Lüthi (Grünliberale) liefern sich dabei voraussichtlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wer gewinnen wird, ist derzeit nicht wirklich vorhersehbar. Auch über die Auswirkungen der tieferen Wahlbeteiligung als am 24. September kann man nur spekulieren. Das Rennen machen wird am Schluss der Kandidierende, der besser mobilisiert. (vre)

www.stadt.sg.ch