Bienenzucht als seriöse Beschäftigung

Zurück zur Natur, das scheint immer beliebter zu werden. Nachhaltigkeit ist heute Trumpf. Das schlägt sich auch in unseren Freizeitbeschäftigungen nieder. So scheinen sich momentan viele Hobby-Imker an der Bienenzucht zu versuchen.

Alessia Pagani
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Bienenvolk an der Offa. (Bild: Alessia Pagani)

Bienenvolk an der Offa. (Bild: Alessia Pagani)

Zurück zur Natur, das scheint immer beliebter zu werden. Nachhaltigkeit ist heute Trumpf. Das schlägt sich auch in unseren Freizeitbeschäftigungen nieder. So scheinen sich momentan viele Hobby-Imker an der Bienenzucht zu versuchen. Auf Spaziergängen sind an unterschiedlichen Orten Kleinst-Bienenhäuschen, sogenannte Bienenbeuten, zu sehen. Dann und wann nähern sich ihnen in Schutzanzügen gekleidete Damen und Herren und sehen nach dem Rechten.

Grössere Aufmerksamkeit

Dass Imkern im Trend liegt, bestätigt Nina Eberhard vom Bienenzüchterverein St. Gallen und Umgebung. «Durch Medien und Filme kommt der Biene wieder mehr Aufmerksamkeit zu.» Sie selber mache Bienenzucht, weil es spannend sei. Und da hat sie Recht. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass zwischen Sommer- und Winterbiene unterschieden wird und dass diese eine unterschiedliche Lebenserwartung haben? Oder dass die Königin mehrere Jahre nach der Besamung noch fruchtbare Eier legen kann? Faszinierende kleine Tierchen. Und sehr nützliche. Denn abgesehen von der Honigproduktion tragen die Bienen auch einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt der Pflanzen bei.

«Gefährliches» Hobby

Obschon die Bienenzucht als Hobby angesehen wird, sollte bei der Entscheidung für dieses Freizeitbeschäftigung doch die notwendige Ernsthaftigkeit an den Tag gelegt werden. Bei den «Hilfsmitteln» für eben dieses Hobby handelt es sich um lebendige Tiere. Ein verlorengegangenes Interesse wäre für sie fatal. «Bienen können heutzutage nicht mehr ohne Imker überleben», sagt der Vize-Präsident des Vereins Othmar Schmid. Ein lapidarer Umgang birgt darüber hinaus eine grosse Gefahr. Durch unsachgemässes Imkern können sich Varroamilben, der Hauptfeind der Biene, auf gesunde Völker übertragen. Deshalb pocht Schmid auch darauf, dass potenzielle Bienenzüchter einen Grundkurs bei örtlichen Bienenzüchtervereinen besuchen.

Als ernsthaftes und seriöses Hobby spricht also nichts gegen eine eigene Zucht. Für den schnellen Zeitvertreib eignet sich das Imkern aber keinesfalls.

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