BH-Verbrennung und bischöfliche Heimatliebe

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Mit öffentlichen BH-Verbrennungen machten feministische Aktivistinnen in den 1970er-Jahren auf Anliegen wie Lohngleichheit oder die Freigabe der Anti-Baby-Pille aufmerksam. Einige Jung-sozialistinnen haben diese Symbolik nun wieder aufgegriffen – und ihre Büstenhalter für eine Fotoaktion in eine Feuerschale gehalten. Eine davon ist die Stadtparlamentarierin Andrea Scheck. Mit der Aktion macht sie Werbung für den «Women’s March», der heute in Zürich stattfindet. Die Resonanz auf die Aktion war gross: So berichtete die Pendlerzeitung «20 Minuten» umfangreich von der BH-Verbrennung. Gross war aber auch die Kontroverse. Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner – bekannt für Geschmackloses auf Social Media – kommentierte auf Facebook: «Oh mein Gott. Ist hier nicht Artikel 258 des Strafgesetzbuches erfüllt? (Schreckung der Bevölkerung)». Dass er mit seinem Kommentar ein gutes Argument für den «Women’s March» geliefert hat, dürfte ihm entgangen sein. (ghi)

St. Gallen-Bodensee-Tourismus hat Menschen porträtiert, die für St. Gallen oder dessen Erbe stehen. Neben drei Vertretern aus der Mode- und Textilbranche kommt auch Bischof Markus Büchel zu Wort. Er, der mitten im Weltkulturerbe wohnt, ist dem Barock verfallen. Es sei seine liebste Kunstepoche, lässt er sich zitieren. Gut so. Er residiert nämlich auf drei denkmalgeschützten Stockwerken. Wer Barock nicht liebt, dem fallen wohl irgendwann die Stuckaturen und Goldrahmen auf den Kopf. Weiter erfahren die Leser, dass der Bischof ein grosser Liebhaber von Kunst und Kultur im Allgemeinen ist und sich daher mit den Festspielen, die direkt unter seinem Schlafzimmerfenster stattfinden, längst arrangiert hat. Und ganz profan schätze er auch die vielen Erststock-Beizli in der Altstadt. Gut vorstellbar also, dass unser Bischof auch diese in barocker Üppigkeit geniesst. (rsp)