Bewegung ins Dorf gebracht

Am Allerseelentag ist Maria Würth-Hengartner in Waldkirch gestorben. Beweglich, sportlich, engagiert, hat sie Bewegung ins Dorf gebracht und viele ehrenamtliche Aufgaben wahrgenommen.

Drucken
Teilen
Maria Würth-Hengartner, 8. April 1943 – 2. November 2012. (Bild: pd)

Maria Würth-Hengartner, 8. April 1943 – 2. November 2012. (Bild: pd)

GOSSAU. Man nannte sie «Waldkircher Urgestein»; ein Ehrenname, der Maria Würths Verbundenheit mit dem Dorf würdigt. Dabei war sie alles andere als auf Waldkirch fixiert. Sie arbeitete während längerer Zeit in St. Gallen, liebte das Reisen, offen für neue Erfahrungen. Waldkirch aber ist ihr stets Heimat geblieben; ein Ort, an dem es ihr nicht nur wohl war, sondern für den sie sich auch ganz bewusst einsetzen wollte.

Textilerin bei Stoffel

Dabei halfen ihr zwei besondere Begabungen: eine kaufmännische und eine sportliche. Ihr kaufmännisches Talent entwickelte sich erstmals bei der Lehre in der Textilfirma Stoffel St. Gallen, die damals eines der bedeutendsten Unternehmen des Landes war. In diese Firma kehrte sie auch nach einem Abstecher ins Welschland und einer zeitweiligen Anstellung bei der Gemeindeverwaltung Waldkirch wieder zurück. Sieben Jahre wirkte sie bei Stoffel als Personal- und Direktionssekretärin. In der gleichen Funktion arbeitete sie anschliessend für die Sturzenegger-Gruppe. Erfahrungen, die sie später als Mitinhaberin eines Textilgeschäftes fruchtbar anwenden konnte.

Höhepunkt in Rom

Freude an der kaufmännischen Arbeit und am Umgang mit Zahlen führten auch zur Übernahme bedeutsamer Ämter. Von 1985 bis 1996 war Maria Würth Mitglied des Primar- und Sekundarschulrates und gleichzeitig Schulkassierin. Von 2004 bis 2009 präsidierte sie den Waldkircher Kirchenverwaltungsrat. Hinzu kam von 1998 bis 2010 die Leitung der Pro Senectute; zudem war sie Mitglied der Kommission für das Alter und der Museumskommission. Zusammen mit ihrem Mann war sie verantwortlich für die Verwaltung von neun Stockwerkeigentümer-Gemeinschaften. Und auch der St. Blasius-Chor durfte auf ihr Organisationstalent zählen; dies besonders bei der Reise von 2007 nach Rom, als der Chor im Petersdom eine Messe singen durfte.

Sport als zweite Konstante

Zahlen bilden die eine Konstante in Maria Würths Leben, der Sport die andere. Mit 18 Jahren trat sie bereits in den SVKT Frauensportverein Waldkirch ein, um ihm in ganz verschiedenen Sparten zu dienen; erst als Jugi-Leiterin und Vorturnerin, später als Leiterin des Muki-Turnens, des Seniorenturnens und während einiger Zeit auch als Präsidentin. Sie stellte sich zudem für die Verbandsarbeit zur Verfügung. Sowohl im SVKT-Verband St. Gallen/Appenzell, als auch als Mitglied im Zentralvorstand des SVKT-Frauensportverbandes. Reiten, Skifahren, Wandern, dies alles gehört dazu, genau so wie das Golfspiel, das sie sich auf dem neu erstandenen Golfplatz Waldkirch nicht entgehen lassen wollte.

Für den SVKT redigierte sie das Mitteilungsblatt. Eine Aufgabe, die bei ihr die Lust am Schreiben weckte. Sie verfasste als Lokalkorrespondentin zahlreiche Presseartikel, redigierte Firmenzeitschriften und Jubiläumschroniken. Als letzte Arbeit entstand die Chronik «Die Schulen Waldkirch und Bernhardzell 1638 – 2010».

Von der Familie getragen

In all dem fühlte sich Maria Würth von ihrer Familie getragen. Zunächst von der eigenen, in der sie mit zwei Schwestern aufgewachsen war. Später durch die Ehe mit Xaver Würth, ihren langjährigen Freund, den sie 1969 geheiratet hatte. Die Geburt ihres Sohnes Franz Xaver vollendete 1979 das Familienglück.

Pflege der eigenen Familie und Sorge für die andern; bei Maria Würth gehörte beides zusammen. Auf sie konnte die Dorfgemeinschaft zählen. (J. O.)

Aktuelle Nachrichten