Bewegung im Neuseeland

Seit heute liegen in Rorschacherberg der Überbauungs- und Teilzonenplan für das Kopp-Areal im Neuseeland öffentlich auf. 44 Wohnungen sollen hier entstehen und das Seeufer dahinter öffentlich zugänglich gemacht werden.

Andrea Sterchi
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Das Arbeitsmodell zeigt, wo die vier Neubauten entstehen sollen. Nur das Gebäude an der Strasse, der Kamin und das Kesselhaus bleiben bestehen. (Bild: Model: Bereuter Architekturbüro AG)

Das Arbeitsmodell zeigt, wo die vier Neubauten entstehen sollen. Nur das Gebäude an der Strasse, der Kamin und das Kesselhaus bleiben bestehen. (Bild: Model: Bereuter Architekturbüro AG)

RORSCHACHERBERG. Wohnungen direkt am See anstelle nicht mehr benötigter Fabrik- und Lagerhallen, davon können Rorschach und Horn im Moment nur träumen. In Rorschacherberg hingegen schreitet ein solches Projekt voran. Auf dem Fabrikareal der Kopp AG Textilveredlung im Neuseeland soll neuer Wohn-, Gewerbe- und Büroraum entstehen. Geplant ist, im gelben Fabrikgebäude an der Churerstrasse, das heute teilweise leer steht, acht Loftwohnungen und dahinter vier Neubauten mit je acht Wohnungen zu realisieren. Einzig der Fabrikkamin und das Kesselhaus bleiben stehen. «Das Areal wird nur zu einem kleinen Teil bebaut», sagt Hans Bereuter von der ausführenden Bereuter Architekturbüro AG. Besonders mache das Projekt aus architektonischer Sicht die parkartige Gestaltung des Areals. «Heute steht hier kaum ein Baum. Wir wollen den lockeren Park von Osten her ins Areal bringen.»

Öffentlicher Zugang

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist ein öffentlicher Zugang zum See. Ein Weg soll deshalb künftig von der Bleichestrasse her um das Areal führen. Für das vorliegende Bauvorhaben müssen verschiedene Pläne und Reglemente geändert und neu erlassen werden. Unter anderem liegen deshalb ab heute der Überbauungs-, Teilzonen und Teilstrassenplan auf der Gemeinde Rorschacherberg öffentlich auf. Gemäss Teilzonenplan soll das Grundstück der Kopp AG von der Gewerbe-Industriezone A in die Wohn-Gewerbezone 3 und das nördlich angrenzende Grundstück beim Surfclub vom übrigen Gemeindegebiet in die Grünzone Sport-, Park- und Erholungsanlagen wechseln.

Ohne Mitwirkung Rorschachs

Von dieser Umzonung ist die Stadt Rorschach als Eigentümerin direkt betroffen. Dass der Gemeinderat Rorschacherberg fertige Pläne öffentlich auflege, habe man erst vor wenigen Tagen erfahren. «Bei ihrer Erarbeitung war die Stadt nicht involviert», sagt Stadtschreiber Bruno Seelos. Anders beim Gestaltungsplan. Beim ursprünglichen Plan habe die Stadt mitgewirkt, da ihr Grundstück betroffen sei. «Der Stadtrat hat den Plan aber nicht unterschrieben», sagt Seelos. Er erachte eine Gesamtplanung für die Entwicklung des ganzen Gebietes vom Strandbad bis zur stadteigenen Parzelle am See hinter dem Kopp-Areal als zwingend. «Jetzt muss der Stadtrat zuerst die aufliegenden Pläne und Erlasse prüfen», sagt Bruno Seelos. Da die Nachbargemeinde aber die Pläne bereits öffentlich aufgelegt habe, bleibe, sollte die Stadt einen Einwand haben, nur der Weg, diesen mit einer Einsprache geltend zu machen.

Rorschacherbergs Gemeindepräsident Beat Hirs freut sich, endlich «einen kleinen Schritt» in der Entwicklung des Areals weiterzukommen. «Wir haben lange daran gearbeitet.» Deswegen hofft er auf die Zustimmung der Grundeigentümer. «Rein rechtlich hat jeder Grundeigentümer sowie anstössige Grundeigentümer mit einem schutzwürdigen Interesse das Recht auf Einsprache.» Ob davon Gebrauch gemacht werde, sei schwierig abzuschätzen. Auch eine Einschränkung der Seesicht sollte kein Thema sein. «Die Bauten werden nicht höher sein als heute.» Eine Überraschung wäre es für ihn, wenn Rorschach Einsprache erheben würde. «Während des Workshop-Verfahrens war die Stadt mit im Boot.»

Bekenntnis zur Vergangenheit

Der Kanton hat die Pläne und Erlasse bereits geprüft, die Auflage dauert noch bis am 17. September. «Lagerhallen direkt am See sind nun wirklich nicht mehr zeitgemäss», wirbt Beat Hirs fürs Projekt. «Schön ist auch, dass der Kamin und das Kesselhaus stehen bleiben. Das ist ein Bekenntnis zur Vergangenheit.»