Bewährungsprobe für Studentenwohnungen

Wenn in der zweiten Septemberwoche bei der Polizei die Anzahl eingehender Lärmklagen steigt, dann ist an der Universität St. Gallen Startwoche. Nicht nur die Neueintretenden, auch Bachelor- und Masterstudenten trudeln nach den Semesterferien wieder in St. Gallen ein.

Nina Amann
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Wenn in der zweiten Septemberwoche bei der Polizei die Anzahl eingehender Lärmklagen steigt, dann ist an der Universität St. Gallen Startwoche. Nicht nur die Neueintretenden, auch Bachelor- und Masterstudenten trudeln nach den Semesterferien wieder in St. Gallen ein. Und weil das Semester erst nach der Startwoche so richtig beginnt, und man Feste bekanntlich so feiern sollte, wie sie fallen, steigen zu Herbstbeginn zahlreiche studentische WG-Parties in der Stadt.

Kleine Runde, sechzig Gäste

St. Gallen wird nicht umsonst als Studentenstadt bezeichnet – immerhin machen die Studenten rund zehn Prozent der städtischen Wohnbevölkerung aus. Viele von ihnen gehen im Sommer nach Hause zu den Eltern. Erst zu Semesterbeginn kehrt das Leben wieder nach St. Gallen zurück. In dieser Zeit müssen zahlreiche Wohnungen den WG-Party-Stresstest bestehen – auch das gehört zur Startwoche. Oft beginnt es als gemütliche Runde unter Freunden – ein Gläschen Wein, ein Teller Pasta. Und auf einmal sind sechzig Leute am Feiern, die man nur vereinzelt kennt, und sucht seinen Mitbewohner in der eigenen Wohnung. Die Nachbarn hat man natürlich zuvor nicht informiert, dass es lauter werden könnte – es war ja alles ganz spontan. Platz für Bier hat es im Kühlschrank schnell keinen mehr, und Schuhe verstopfen das Treppenhaus.

Aufräumen bis zur Vorlesung

Aber die Wohnung besteht die Bewährungsprobe. Die Nachbarn klingeln nicht, die Polizei taucht nicht auf. Und so findet man sich am Morgen nach der Party mit einer billigen Flasche Rotwein vor der Tür der Nachbarn mit einem Entschuldigungsbrief. Danach geht's ans Aufräumen. Bis zum offiziellen Semesterbeginn am Montag muss die WG wieder glänzen. Den einen oder anderen Partybesucher erkennt man sicher in einer Vorlesung wieder.