Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BETRUG: Geldstrafe für einen Uhrensammler

Ein passionierter Uhrensammler hat sich vergeblich gegen den Vorwurf des Versicherungsbetrugs gewehrt. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe.

Der 74-jährige Geschäftsinhaber war im März 2014 Opfer eines Einbruchdiebstahls geworden. Die Täter stahlen Schmuckstücke und Armbanduhren, die der leidenschaftliche Sammler quasi als Schaufensterdekoration in seinem Laden in St. Gallen ausgestellt hatte. Er reichte bei seiner Versicherung eine Schadenanzeige ein und erhielt für den entstandenen Schaden und die gestohlenen Exponate 27955 Franken.

Hausdurchsuchung angeordnet

Mehrere Monate später stand die Polizei vor der Türe des Geschäftsinhabers und führte eine Hausdurchsuchung durch. Dabei fanden sie zwei der gestohlen gemeldeten Armbanduhren, für die er von der Versicherung eine Entschädigung von 789 Franken erhalten hatte. Zudem befanden sich unter den Uhren zwei gefälschte Rolex.

Der Beschuldigte erhielt von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl, mit dem er wegen Betrugs mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 130 Franken und einer Busse von 2300 Franken belegt wurde. Dagegen erhob er Einsprache, weshalb es zu einer Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen kam.

Er fühle sich in dieser Sache absolut unschuldig, erklärte der Mann dem Einzelrichter. Ihm sei zwar ein dummer Fehler unterlaufen, jedoch habe er niemals die Versicherung betrügen wollen. Er sei total überrascht gewesen, als die Polizei bei ihm zu Hause die beiden als gestohlen gemeldeten Armbanduhren gefunden habe.

Der Beschuldigte versuchte zu erklären, weshalb ihm der Fehler unterlaufen war. Jedes seiner Exponate sei mit einer Kartei- karte registriert. Diejenigen, die er in den Schaufenstern ausstelle, notiere er auf einem Zettel. Wechsle er eines der ausgestellten Stücke aus, streiche er das alte und notiere das neue auf dem Zettel. Die Schadenanzeige für die Versicherung habe er aufgrund dieser Liste erstellt. Nun sei ihm aber offenbar der Fehler unterlaufen, die Liste nicht korrekt nachgeführt zu haben.

Irrtum war nicht erkennbar

Sein Verteidiger verlangte einen Freispruch von Schuld und Strafe. Sein Mandant habe nicht willentlich falsche Angaben gemacht. Beim Ausfüllen der Schadensmeldung sei für ihn nicht erkennbar gewesen, dass ihm ein Fehler unterlaufe. Er gefährde mit Sicherheit nicht wegen 789 Franken den guten Ruf seines Geschäftes. Zur Hausdurchsuchung sei es einzig gekommen, weil die überführten Täter behauptet hätten, die gestohlenen Uhren seien gefälscht gewesen und hätten keinen Wert gehabt.

Den Einzelrichter überzeugten die Ausführungen des Beschuldigten und seines Verteidigers nicht. Er kritisierte, dass der Beschuldigte zwar für seine Sammlung ein genaues Karteikartensystem unterhielt, beim Ausfüllen der Schadensmeldung diese Genauigkeit aber ausser Acht liess. Zudem habe er in einer ersten Befragung auch noch nichts von der angeblichen Zettelliste erzählt.

Das Kreisgericht St. Gallen sprach den Sammler des Betrugs schuldig, fällte aber mit einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagesätzen à 120 Franken eine mildere Sanktion als die Staatsanwaltschaft aus. Es verfügte, dass die beiden als gestohlen gemeldeten Uhren der Versicherung herauszugeben seien und die gefälschten Rolex vernichtet werden. Die Versicherung hatte die Rückerstattung der gesamten Schadensumme von 27955 Franken gefordert. Diese Klage wurde auf den Zivilweg verwiesen.

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.