Betreuungstarife harmonisieren

Die Tarife für die Kinderbetreuung in der Stadt St. Gallen sind sehr unterschiedlich. Während die nicht subventionierten Kinderkrippen ums Überleben kämpfen, erwachsen der Stadt je länger, je höhere Kosten.

Merken
Drucken
Teilen

Stadtparlamentarierin Barbara Frei (FDP) hat dem Stadtrat am Dienstag vor einer Woche in diesem Zusammenhang ein Postulat eingereicht. Sie bittet den Stadtrat, Bericht zu erstatten, wie er die Tarife der gesamten Kinderbetreuung anpassen will, so dass Ganztagesbetreuungskosten für Kinder aller Altersklassen etwa in gleicher Höhe anfallen.

Krippenplätze sind wichtig

Barbara Frei schreibt in ihrem parlamentarischen Vorstoss, die Stadt habe die Wichtigkeit der ganzheitlichen Betreuung von Kindern erkannt und die Angebote in den vergangenen Jahren angepasst und entsprechend der Nachfrage ausgebaut. Insbesondere bei den Freiwilligen Schulhausangeboten (FSA) soll in den nächsten Jahren ein flächendeckender Ausbau mit drei Angeboten pro Schulkreis folgen, schreibt Barbara Frei. Mit diesem Ausbau würden der Stadt wiederkehrende zusätzliche Kosten in Millionenhöhe entstehen, die in der Zeit knapper Finanzen kaum zu tragen seien. Gemäss Frei kostet die ganztägige Betreuung eines Schulkindes in einem Hort im Schulhaus inklusive Essen zwischen rund sieben und 35 Franken. Das sei in der höchsten Tarifstufe ein Viertel der effektiven Kosten; den Rest zahle der Staat respektive die Steuerzahler. Es falle auf, schreibt die FDP-Politikerin, dass die Tarife in den subventionierten Säuglings- und Kleinkinderbetreuungsangeboten viel höher ausfielen. So koste die Ganztagesbetreuung dort zwischen 93 und 101.50 Franken.

Einige Krippen ohne Chancen

Diese diskrepanten Tarife sind für Frei «ungerecht». Zudem brauche es für den FSA-Ausbau, den sie befürwortet, ein geeignetes Finanzierungsmodell.

Gemäss Frei gibt es eine Handvoll Krippen, die kein Geld von der Stadt erhalten und es schwer haben. Sie fordert darum eine Tarifharmonisierung. (dwi)