BETREUUNG: Billiger, aber immer noch zu teuer?

Der Stadtrat startet einen zweiten Anlauf zum Umbau der Liegenschaft an der Kirchlistrasse 2 für die Tagesbetreuung. Das neue Projekt ist zwar billiger, dennoch werden die Kosten wieder zum Kritikpunkt.

Christoph Renn
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Das alte Rotmontener Schulhaus soll für die familienergänzende Betreuung umgebaut werden. (Bild: Urs Bucher)

Das alte Rotmontener Schulhaus soll für die familienergänzende Betreuung umgebaut werden. (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Der Stadtrat will nun doch das Haus an der Kirchlistrasse 2 in Rotmonten für die familienergänzende Betreuung umbauen. Bereits 2015 stellten sie den Antrag im Parlament. Damals stimmte jedoch eine grosse Mehrheit dagegen. Der Grund: Der Umbau für rund vier Millionen Franken ist zu teuer. Die Baukommission liess sogar verlauten, dass beim Umbau mit der grossen Kelle angerührt wurde. Das neue Projekt kommt etwas schlanker daher. Neu soll der Umbau noch drei Millionen Franken kosten, weil auf einen Anbau für Küche, Büro und Lift verzichtet wird. Ob die neue, günstigere Variante im Parlament mehrheitsfähig ist, wird sich an der Sitzung am 22. August zeigen. Zumindest die SP Stadt St. Gallen steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, auch wenn die Fraktion die Vorlage noch nicht besprochen hat: «Ich gehe davon aus, dass wir zustimmen werden, weil es bei der familienergänzenden Betreuung vorwärtsgehen muss», sagt SP/Juso/PFG-Fraktionspräsident Daniel Kehl. Er könne jedoch nicht ausschliessen, dass es noch kleinere Änderungsanträge geben werde. Eine Anspielung auf die hitzige Parlamentssitzung vor zwei Jahren, als die bürgerlichen Fraktionen das damalige Umbauprojekt wegen der Kosten abschossen. Tatsächlich könnten die Kosten zumindest in der SVP-Fraktion wieder zu Diskussionen führen, räumt deren Präsidentin Karin Winter-Dubs ein. «Wir haben die Vorlage jedoch noch nicht im Detail besprochen.»

Andere Räume kommen nicht in Frage

Daniel Kehl schätzt die Chancen für das Projekt gut ein, weil der Stadtrat seine Aufträge erfüllt habe. Das Parlament wies die Vorlage 2015 mit dem Auftrag an den Stadtrat zurück, Alternativen zum Projekt Kirchlistrasse 2 im Schuleinzugsgebiet Rotmonten-Gerhalden zu prüfen. Neben den zu hohen Kosten wurden der Aussenraum und die Schulwegsituation kritisiert. In der neuen Vorlage zeigt der Stadtrat detailliert auf, wieso dieser Standort der einzig richtige ist. So prüfte er das Kirchgemeindehaus der katholischen Pfarrei Peter und Paul sowie die Räume der katholischen Pfarrei Heiligkreuz und des evangelischen Kirchgemeindehauses am Berghaldenplatz 4. Doch bei allen Varianten sei entweder der Platz zu klein oder die Räume könnten nicht exklusiv genutzt werden. Vor allem die exklusive Nutzung sei ausschlaggebend, denn die familienergänzende Betreuung müsse an fünf Tagen pro Woche angeboten werden. Weitere mögliche Standorte wie Räume im Weiterbildungszentrum Holzweid und die freien Parzellen des Weiterbildungszentrums, die an die Turnhalle der Primarschule Rotmonten grenzen, kommen ebenfalls nicht in Frage. Die Parzellen stehen nicht zum Verkauf, die Räume können nicht exklusiv genutzt werden.

Liegenschaft gehört der Stadt

Der Standort bietet gemäss Vorlage noch weitere Vorteile. Die Liegenschaft gehört der Stadt, ist sofort verfügbar und eignet sich für den Betrieb. Auch deshalb, weil der Standort mitten im Schuleinzugsgebiet Rotmonten-Gerhalden liegt. Doch dieses Argument sorgte bereits 2015 für Gesprächsstoff. Nicht alle Parlamentarier teilen diese Meinung des Stadtrates. Der Mittagstisch gehöre einfach aufs Schulgelände, hiess es damals.