Besucher zu Parkplätzen leiten

RORSCHACH. Der aktuelle Geschäftsbericht der Stadt sieht unter «Finanzielles» die Anschaffung eines Parkleitsystems vor. Mit der 960 000 Franken teuren Investition soll Rorschach als Einkaufs- und Tourismusstandort gestärkt werden.

Rudolf Hirtl
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Das dynamische Parkleitsystem zeigt freie Parkplätze in der Stadt Rorschach in Echtzeit an und leitet die Fahrzeuge direkt dorthin; der Suchverkehr entfällt dadurch. (Bild: rtl/Visualisierung: Nagel + Steiner)

Das dynamische Parkleitsystem zeigt freie Parkplätze in der Stadt Rorschach in Echtzeit an und leitet die Fahrzeuge direkt dorthin; der Suchverkehr entfällt dadurch. (Bild: rtl/Visualisierung: Nagel + Steiner)

Seit November stehen in der Trischli-Tiefgarage, unter der neuen Migros-Filiale gelegen, 198 Parkplätze zur Verfügung. Einen freien Parkplatz zu finden war in Rorschach noch nie so einfach. Erstaunlicherweise sind in den umliegenden Gassen aber noch immer nach Parklücken spähende Automobilisten unterwegs. Noch scheint nicht überall durchgedrungen zu sein, dass im Herzen des Zentrums genügend und bequem zu erreichende Parkplätze zur Verfügung stehen. Eine Situation, die sich im Sommer nicht bessern dürfe, wenn ortsunkundige Touristen die Hafenstadt besuchen.

Geleitete Route zu freien Plätzen

Nur einer der Gründe, weshalb sich der Stadtrat für die Anschaffung eines Parkleitsystems ausgesprochen und diese in die Investitionsrechnung aufgenommen hat. Laut Geschäftsbericht belaufen sich die Kosten für Tafeln, Anzeigen, EDV und bauliche Massnahmen auf 960 000 Franken. Das Parkleitsystem (PLS) besteht aus dynamischen und statischen Anzeigetafeln und soll Autofahrern helfen, möglichst nahe am gewünschten Zielort einen freien Parkplatz zu finden. Die geleitete Route zu den Parkierungsanlagen führt über die Churerstrasse/Hauptstrasse bis zum Rathaus, über die Kirchstrasse zum Landhauskreisel und die St. Gallerstrasse (in beide Richtungen). Zusätzlich weisen an der Kreuzung Thurgauerstrasse/Industriestrasse und im Raum Bodankreuzung Anzeigetafeln zu den Parkierungsanlagen.

Das PLS-Konzept umfasst die Parkierungsanlagen im Stadtzentrum; Seehof, Stadthof, Curtiplatz, Marktplatz (Coop), Trischli (Migros), Negropont und allenfalls künftig Löwengarten sowie die Parkierungsanlagen am See (Strandbad, Kurplatz und Arion).

Kunden in die Stadt bringen

Eine Tiefgarage ist ausserdem bei der Planung einer Wohn-/Geschäftsliegenschaft an der Hauptstrasse (Bereich «Rössli») im Gespräch (Tagblatt vom 15. März). Aus städtebaulicher Sicht ist es nach Ansicht von Stadtpräsident Thomas Müller durchaus wünschenswert, wenn die Parkplätze im Stadtkern möglichst in unterirdischen Parkgaragen sind. So lasse sich die Oberfläche für Besseres nutzen. «Ohne zeitgemässe Parkierungsanlagen wird es schwierig, zusätzliche Ladenketten nach Rorschach zu holen, die für die lokalen Geschäfte als Frequenzbringer wirken», zeigt sich der Stadtpräsident zudem überzeugt und kontert den Hinweis, man könne doch auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einkaufen fahren mit der Bemerkung: «Steigen Sie einmal mit vier Tragtaschen in den Bus oder Zug.»

Wenn Rorschach die Funktion als regionales Versorgungszentrum zurückgewinnen wolle, müsse die Stadt gut erreichbar sein. «Kunden fahren dorthin, wo es Parkplätze gibt. Wenn Rorschach nicht genügend anbietet, fahren sie in die Einkaufszentren der Umgebung und geben ihr Geld dort aus.» Nach Meinung von Thomas Müller ist ein modernes PLS eine Frage des Selbstverständnisses einer Stadt. Es zeige, wie sie mit ihren Kunden umgehe.