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Besuch im Frauenzimmer

Die Galerie im Bahnhof zeigt unter dem Titel «Frauenzimmer» Gemälde der Wiler Künstlerin Sonja Kopp Roth. Namengebend für die Ausstellung sind grossformatige Porträts junger Frauen.
Katharina Brenner
Frauenzimmer im Hauptbahnhof: Sonja Kopp Roth vor ihrem Bild «Frau mit Hut». (Bild: Katharina Brenner)

Frauenzimmer im Hauptbahnhof: Sonja Kopp Roth vor ihrem Bild «Frau mit Hut». (Bild: Katharina Brenner)

«Malen ist Körperarbeit», sagt Sonja Kopp Roth. Sie bespannt die grossen Leinwände in ihrem Wiler Atelier selbst, die Acryl- und Ölfarben trägt sie ausladend auf. Ergebnisse dieses Prozesses sind in der Galerie im Bahnhof im Foyer der Klubschule Migros St. Gallen zu sehen. Unter dem Titel «Frauenzimmer» sind dort bis Anfang Mai 35 Gemälde von Kopp Roth ausgestellt – abstrakte wie gegenständliche.

Lebensfrohe Frauen

Die meisten der gegenständlichen Bilder sind Porträts von Frauen. Die Gesichter füllen jeweils den Grossteil der Leinwand. Die Frauen haben gemein, dass sie jung und makellos sind, mit vollen Lippen und langem, dichtem Haar. «Schöne Gesichter sprechen mich unglaublich an», sagt Kopp Roth. Bedeutet Schönheit Jugendlichkeit? «Nicht unbedingt.» Dass sie für die Ausstellung nur junge Frauen gemalt habe, sei keine bewusste Entscheidung gewesen.

Der Titel der Ausstellung, «Frauenzimmer», ist historisch negativ besetzt, die Malerin wendet den Begriff jedoch ins Positive: Die Frauen, die sie male, seien selbstbewusst und lebensfroh. Und lebensfroh, so würde sich die Künstlerin auch selbst beschreiben.

Freischaffende Künstlerin

Sonja Kopp Roth ist 1954 in Uzwil geboren. An der Textil- und Modefachschule in St. Gallen machte sie eine Ausbildung zur Stoffdruckentwerferin. Sie arbeitete als Textildesignerin und Werbegrafikerin, bis vor zehn Jahren die Weiterbildung «Form, Farbe, Raum» an der Schule für Gestaltung in St. Gallen folgte. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Gestalterin in ihrem Atelier in Wil.

Dabei verwendet sie unterschiedliche Techniken: Während die Ölfarben der Porträts trocknen, malt sie abstrakte Gemälde mit Acrylfarben und Kunstharz, einem Lack, der die Bilder glänzen lässt. Viele der abstrakten Bilder sind in Blau-, Braun- und Grüntönen gehalten und tragen Namen wie «Schilflandschaft».

Abstrakt und gegenständlich

«Abstraktion und Gegenständlichkeit gehören für mich zusammen», sagt Sonja Kopp Roth. Im Figürlichen stecke immer auch das Abstrakte. Beim jüngsten der jetzt in St. Gallen zu sehenden Frauenbilder, das «Shower» heisst, sind die Grenzen fliessend. Die Konturen des angedeuteten Gesichts lösen sich in den pastellfarbenen Tönen des Hintergrunds auf.

Als Vorlage für die Porträts dienen Kopp Roth Bilder aus Magazinen und dem Internet. Sie habe auf dem Computer ein riesiges Bildarchiv. Die Fotos bearbeitet sie so lange, bis sie die gewünschte Farbe und Form haben. Ausgehend von den Vorlagen malt Kopp Roth ihre Porträts. Sie wirken alle verschwommen. Die Unschärfe erinnert an Werke Gerhard Richters. Ist er ein Vorbild? Sie bewundere ihn, sagt Kopp Roth. Doch wer sie inspiriere, möchte sie nicht sagen. Sie möchte in keine Schublade gesteckt werden.

Frauenzimmer Ausstellung in der Klubschule im Hauptbahnhof bis 4. Mai. Geöffnet Mo–Fr, 7.00–22.00, Sa, 8.00–16.00, So, 9.00–16.00. Eintritt gratis.

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