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BERUFUNG: Mit Ausdauer gesegnet

Eugen Boppart ist seit 60 Jahren Pfarrer. Seine Bestimmung kannte er schon in der Oberstufe. Daran gezweifelt hat er nur einmal.
Nina Rudnicki
Eugen Boppart in der Andreaskirche. Erst dank der Renovation fand er an ihr Gefallen. (Bild: Ralph Ribi)

Eugen Boppart in der Andreaskirche. Erst dank der Renovation fand er an ihr Gefallen. (Bild: Ralph Ribi)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

«Ich wäre nicht nach Gossau gekommen, wenn die Kirche nicht renoviert worden wäre», sagt Eugen Boppart, katholischer Pfarrer. «Die Kirche war früher für meinen Geschmack viel zu dunkel. Viel Licht und ein schönes Ambiente sind mir hingegen wichtig.» Dann erinnert sich der 89-Jährige an die 1970er-Jahre, als er seine erste Stelle als Pfarrer in Thal antrat. Er schwärmt von der gotischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Später arbeitete er in Niederhelfenschwil, wo eine der schönsten barocken Landkirchen stehe. Und in Pfäfers, wo er bis zu seinem 66. Lebensjahr als Pfarrer angestellt war, hatte es ihm die frühbarocke Kirche angetan. Diese ist unter anderem für ihre Orgel aus dem 17. Jahrhundert bekannt.

«An jedem Ort habe ich zudem mit Menschen von einem anderen Schlag zu tun gehabt und viel Neues dazugelernt. In Pfäfers waren es beispielsweise die Alpensegnungen», sagt er. Niederhelfenschwil sei hingegen ein von Industrie und Landwirtschaft geprägter Ort gewesen.

Über 1000 Krankenbesuche

Nach Gossau kam Eugen Boppart aus zweierlei Gründen. Einerseits wollte er nach seiner Pensionierung dem neuen Pfarrer in Pfäfers nicht im Wege stehen. Andererseits lebte in Gossau ein befreundeter Pfarrer, der ihm zusicherte, dass er hier gebraucht würde.

Boppart predigte fortan während der Gossauer Gottesdienste und übernahm die Krankenbesuche. «Ich bin während meiner 22 Jahre in Gossau über tausend Mal nach St. Gallen und Flawil gefahren, um unsere Kranken in den Spitälern zu besuchen», sagt er. «Es ist eine Aufgabe, die ich sehr gerne übernommen habe und durch die viele Freundschaften entstanden sind.»

Am 29. April wird nun im Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr in der Andreaskirche Bopparts 60-Jahr-Priesterjubiläum gefeiert. Anschliessend gibt es einen Apéro für die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher sowie ein Mittagessen im Andreas-Saal für die eingeladenen Gäste.

Das Zölibat gibt auch Freiheiten

Dass er Priester werden will, beschloss Eugen Boppart bereits im Oberstufenalter, als er die katholische Sekundarschule Flade in der Stadt St. Gallen besuchte. Mit seinem Schulkollegen diskutierte er oft darüber, Theologie zu studieren. Später besuchte er das Kollegium in Schwyz, ein damals katholisches Internat. 1950 bekam er einen Studienplatz in Rom, studierte dort Philosophie und Theologie.

Nach fünf Jahren unterbrach er sein Studium allerdings und nahm im Rheintal bei einer Metallfirma einen Nebenjob an. In dieser Zeit überdachte er auch seinen Entscheid, Pfarrer zu werden. «Der Job in der Metallfabrik war eine gute Lebensschule», sagt er. «Nach diesem Zwischenjahr war ich mir definitiv sicher, den Beruf des Pfarrers antreten zu wollen.» Er schloss sein Studium ab und wurde am 22. März 1958 in St. Gallen geweiht. Danach arbeitete er zunächst als Kaplan in Kirchberg, Rapperwil und Rorschach.

Den Entscheid, Pfarrer zu werden, hat Eugen Boppart seit seinem Zwischenjahr bei der Metallfirma nicht mehr angezweifelt. Er habe die Unabhängigkeit geschätzt, die die Arbeit als katholischer Pfarrer mit sich gebracht habe. «Im Gegensatz zu meinen reformierten Kollegen musste ich nicht auf eine Familie Rücksicht nehmen und konnte mich überall bewerben. Ich war frei und flexibel.»

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