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BERUFSWAHL: Mit Milch in die Zukunft

Der Milchbranche fehlen die Fachkräfte. In Untereggen gibt Käser Benno Nietlispach den Schülerinnen Einblick in den Beruf des Milchtechnologen.
Ramona Riedener
Aus hygienischen Gründen tragen die Schülerinnen Schutzkleidung, während sie den Weg der Milch zu Käse verfolgen. (Bild: Ramona Riedener)

Aus hygienischen Gründen tragen die Schülerinnen Schutzkleidung, während sie den Weg der Milch zu Käse verfolgen. (Bild: Ramona Riedener)

Die Ostschweizer Jugendlichen wissen auch heute noch, dass die Milch von der Kuh und nicht von der Migros produziert wird. Dass es die Milchtechnologen sind, die dann aus dem Naturprodukt Milch Käse, Joghurt oder Butter machen, ist nicht nur bei der jungen Generation weniger bekannt. Im Rahmen des Anlasses «Berufswahltag Milchbranche – direkt vor Ort» erlebten fünf Schülerinnen der Pegasussschule Mörschwil den Prozess von der Milch zum Appenzellerkäse hautnah in der Käserei Nietlispach in Untereggen. Das Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft veranstaltet im Auftrag des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen dieses Projekt, um dem Fachkräftemangel in der Milchbranche entgegenzuwirken und Jugendliche für eine vielseitige und zukunftsorientierte Berufsausbildung im Milchverarbeitungshandwerk zu begeistern.

Der Weg von der Milch zum Käse

Hygiene ist in einer Käserei oberstes Gebot. So folgen die Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren mit Schutzbekleidung, Haarhauben und Schuhüberzügen, den Ausführungen von Benno Nietlispach, Geschäftsinhaber der Käserei Nietlispach und Fachlehrer am Berufs- und Weiterbildungszentrum Mattenhof in Flawil. Interessiert verfolgen sie den Weg der Milch zum Käse und lernen dabei die Handarbeit der Milchtechnologen kennen, die von moderner Technik unterstützt und erleichtert wird. Die Schülerinnen, die kurz vor der Berufswahl stehen, erfahren viel Neues über das eher weniger bekannte Berufsprofil des Milchtechnologen. Die wenigsten wissen, dass es zwei Arbeitsplätze gibt: die Käserei und die Molkerei. Dort werden aus Milch eher Dessertprodukte wie Joghurt, Glace und Milchdrink hergestellt. Die Auszubildenden schnuppern zwar während ihrer dreijährigen Ausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ oder dem zweijährigen mit eidgenössischen Berufsattestlehrgang EBA in beide Bereiche, entscheiden sich aber für ihre Lieblingsrichtung. Zahlenmässig sei der Nachwuchs in der Milchbranche im Moment zwar kein akutes Thema, doch der Beruf sei zu wenig bekannt bei den Jugendlichen, erklärt Manuela Studer vom Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft das Projekt zur Förderung der Milchbranche. «Das Thema Nachwuchsförderung ist aber trotzdem aktuell. Der Milchbranche fehlen die Fachkräfte. Viele Auszubildende springen ab nach der Lehre und schlagen andere berufliche Wege ein.» Neben Schulabgängern werden jene angesprochen, die eine Zweitausbildung anstreben. Diese Lehrabgänger würden dann laut Studer meist im Beruf bleiben.

Dem geheimen Rezept des Appenzellers sind sie zwar nicht auf die Spur gekommen, doch vor ihren Augen ist aus der Milch eine dickflüssige, gepökelte Masse geworden. «Möchtet ihr probieren?», fragt Nietlispach und reicht die Kelle in die Runde. Kurzes zögern folgt, appetitlich sieht die Masse nicht aus. Den Käsermeister wollen sie aber nicht beleidigen und so langen die Schülerinnen nach dem Frischkäse.

Ramona Riedener

ramona.riedener@tagblatt.ch

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