Berufspraxis im Volleyballtraining

Er ist angehender Lehrer, er ist ein disziplinierter Sportler, er engagiert sich für sein Umfeld und er verbindet Hobby mit Beruf. Pascal Wolf vom VBC Andwil-Arnegg lebt für den Sport, obwohl er einen langen Umweg gemacht hat.

Nicolas Ledergerber
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Pascal Wolf kann seinen künftigen Beruf und seine Leidenschaft für Volleyball optimal miteinander verbinden, indem er sein Können an Nachwuchssportlerinnen weitergibt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Pascal Wolf kann seinen künftigen Beruf und seine Leidenschaft für Volleyball optimal miteinander verbinden, indem er sein Können an Nachwuchssportlerinnen weitergibt. (Bild: Hanspeter Schiess)

VOLLEYBALL. Pascal Wolf ist Angreifer beim NLB-Club Andwil-Arnegg. Im Cupspiel gegen Ligakonkurrent Voléro Zürich musste der 20jährige Liechtensteiner auf Anordnung seines Trainers Dirk Heynen auf der Position des Passeurs aushelfen. Die eigentlichen Passeure, sein Bruder Benjamin und Captain Tobias Kummer, fielen verletzt aus. Wolf zeigte eine gute Leistung, obwohl er sich selbst ein wenig anders einschätzt: «Meine Passkünste sind nicht gerade die besten.» Wolf kommt zugute, dass er früher selbst Passeur war. Andwil-Arnegg gewann mit 3:2 Sätzen und trifft in der sechsten Cuprunde auf Viertligist Luzern. Die Innerschweizer haben Spieler mit NLA- und NLB-Erfahrung in ihren Reihen und einige favorisierte Clubs eliminiert. Für die Andwiler wird das keine einfache Aufgabe, zumal der Saisonstart mit zwei Punkten aus fünf Spielen missglückt ist.

Für Andwil-Arnegg spielt Wolf seit mittlerweile drei Saisons. In der vergangenen Spielzeit ist er nicht wie gewünscht eingesetzt worden. Nun hat sich das geändert, auch wegen der Verletzungen seiner Kollegen. Es gefällt ihm beim NLB-Club. Er will den Weg mit Andwil-Arnegg weitergehen, die NLA ist momentan noch kein Thema: «Ich würde nicht einfach zu einem anderen Verein wechseln, nur um in der NLA zu spielen. Durch den schlechten Saisonstart wollen wir zusammen die Wende schaffen. Aber vielleicht kommt es in den nächsten Jahren, dass es mich reizt», sagt Wolf über seine sportlichen Ziele.

Beruf und Sport ergänzen sich

Neben dem Gefallen am Verein und am Team spielt auch der Weg eine Rolle. Die Anbindung sei sehr gut. «Da ich seit diesem Sommer an der Pädagogischen Hochschule in St. Gallen studiere, ist der Weg nach Andwil nicht weit und man bringt es leicht unter einen Hut», sagt Wolf. Sein Studium hilft ihm auch beim Sport. Wolf ist seit einem halben Jahr Trainer der U19-Auswahl von Andwil-Arnegg. So kann er das Unterrichten wöchentlich üben und verfeinern. Wolf zögerte nicht, das Training der Jungen zu übernehmen: «Man kam auf mich zu, ob ich Trainer sein wolle, denn es gab einen Umschwung im Club. Das Team ist sehr spannend und Trainings zu leiten gefällt mir. Es ist eine super Ergänzung zum Studium.»

Ein folgsamer Teamsportler

Auch Wolfs Charaktereigenschaften untermalen seine Fähigkeiten als Lehrer, Trainer und disziplinierter Sportler. «Ich bin ein sehr geduldiger Mensch.» Er sei auch folgsam, sagt Wolf weiter. «Ich weiche Konflikten eher mal aus, bin eher der nachgiebige Typ.» Ausserdem ist der Liechtensteiner sehr engagiert: Er gibt Trainings, will einmal Schüler unterrichten und kämpft für den Verein, indem er die Nachwuchsarbeit unterstützt. Doch Volleyball war nicht immer sein Sport. Sieben Jahre lang hatte er Tennis gespielt, bevor er mit Volleyball begann. «Der Einzelsport war nicht mehr so spassig», sagt Wolf. Über ein Schnuppertraining bei Schaan knüpfte er ersten Kontakt mit der neuen Sportart. Zudem sei er über seinen Bruder Benjamin hineingezogen worden: «Ich war neidisch auf ihn.» Die ersten Jahre lief es dann nach Wunsch – bis der Verein zerbrach. Vor allem im Nachwuchs haperte es. Der heutige Trainer Heynen war zufällig auch im Liechtensteinischen und sprach die Brüder Wolf an. So kam es zum Wechsel zu Andwil-Arnegg.

Die laufende Saison begann für die Andwiler schlecht. Aber Wolf und seine Teamkollegen werden alles daran setzen, das Ruder herumzureissen – egal wo der Trainer ihn einsetzt.

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