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BERNHARDZELL: Klein, aber mein

Etwa jeder dritte Haushalt in der Schweiz ist ein Singlehaushalt. Singlehäuser gibt es aber nur wenige. Beim Campingplatz im Lee sind vor kurzem die Bagger aufgefahren: Für drei Minihomes.
Corinne Allenspach
Andreas Studer Architekt bei KS Architektur AG in Roggwil (Bild: Corinne Allenspach)

Andreas Studer Architekt bei KS Architektur AG in Roggwil (Bild: Corinne Allenspach)

BERNHARDZELL. Noch nie haben in der Schweiz so viele Männer und vor allem Frauen allein gelebt wie heute. «Es ist die verbreitetste Wohnform», schrieb die NZZ vergangenen Herbst. In Zahlen: In knapp 1,3 Millionen der über 3,5 Millionen Schweizer Haushalte wohnt nur eine Person. Und allen Bestrebungen der inneren Verdichtung zum Trotz träumen einige Singles von einem Eigen- heim. Solche gibt es in der Region aber noch praktisch keine, wie Architekt Andreas Studer aus Roggwil weiss. «Ausser vielleicht die Mini-Stadthäuser an der Speicherstrasse in St.Gallen.» Aber die seien als Reihenhäuser konzipiert. Studer plant im Lee, zwischen Wittenbach und Bernhardzell, direkt neben Campingplatz und Sitter, drei freistehende Minihomes. Häuser mit 71 Quadratmetern Wohnfläche, für Singles oder Paare ohne Kinder.

Andreas Studer Architekt bei KS Architektur AG in Roggwil (Bild: Corinne Allenspach)

Andreas Studer Architekt bei KS Architektur AG in Roggwil (Bild: Corinne Allenspach)

Grösse gesetzlich gegeben

Die Bagger sind bereits aufgefahren. Läuft alles planmässig, sind die Häuser Anfang Dezember bezugsbereit. In das linke Singlehaus wird Studer selber einziehen. «Ich muss nur noch meine Frau überzeugen, dass sie keine Platzangst haben muss», sagt er und lacht. Er selber sieht Vorteile in kleinen Häusern: Es sei ja alles da, was man brauche. «Und man muss nicht so viel putzen und kann nicht zu viel sammeln.»

Die Minihäuser im Lee haben aber auch einen gesetzlichen Grund. «Die Grösse war gegeben», sagt Studer. «Normale» Häuser wären nicht möglich gewesen, weil das Grundstück in einer Nah-Intensiverholungszone liege. Hier sei für Häuser eine Grundfläche von 30 Quadratmetern vorgeschrieben. Für die Hülle liess sich Studer architektonisch von Herzog & De Meurons Vitrahaus im deutschen Weil am Rhein inspirieren.

Kleine Häuser sind teurer

Den Verkauf der Minihomes hat Studer vor kurzem vorläufig gestoppt. «Ich musste die Preise anpassen», sagt er. Denn nach den ersten Offerten habe er gemerkt, dass die Häuser teurer werden als geplant. Kleine Häuser seien verhältnismässig teuer im Bau. «Bei einem doppelt so grossen Haus würden beispielsweise Küche und Heizung fast gleich viel kosten», sagt Studer, der Tiefbauzeichner gelernt hat und nach einem berufsbegleitenden Architekturstudium seit rund einem Jahr Mitinhaber von KS Architektur in Roggwil TG ist.

Inzwischen seien die Preise definiert: Das mittlere Haus kostet 560 000 Franken, das rechte 490 000. Ein Plus seien sicher die ruhige Umgebung und die Nähe zur Sitter, ein Minus die beschränkt sonnige Lage wegen des Hangs. Die dreigeschossigen Minihomes stehen auf einer Parzelle von je gut 500 Quadratmetern, mit zwei Sitzplätzen, und zwei der Häuser haben noch einen 28 Quadratmeter grossen Nebenraum, der als Büro, Gästezimmer oder Atelier genutzt werden kann. Dazu kommen Garage und Abstellplatz. Im Erdgeschoss der Häuser sind Garderobe, Küche, Essbereich, Bad, Ankleide und Waschmaschine untergebracht. Im mittleren Geschoss das Wohnzimmer und unter dem Dach WC und Schlafzimmer.

Teich und Blumenwiese

Energetisch plant Studer eine Solewärmepumpe und eine kontrollierte Lüftung. Den Garten sollen dereinst grosse Blumenwiesen zieren, und auf seinem Grundstück wird er zusätzlich einen Schwimmteich bauen. Apropos baden: Seine Frau wünsche sich eine Badewanne, verrät er. Diesen Wunsch könne er ihr aber nicht erfüllen. «Wenn wir schon wenig Platz haben, müssen wir diesen voll ausnützen.»

Wie gross die Nachfrage nach den Minihomes sein wird, kann Studer nicht abschätzen, da es Vergleichbares im Kanton St.Gallen noch nicht gebe.

Dreigeschossig, mit Sitzplatz vor und hinter dem Haus und viel Umschwung: So sollen die Minihomes beim Campingplatz im Lee aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

Dreigeschossig, mit Sitzplatz vor und hinter dem Haus und viel Umschwung: So sollen die Minihomes beim Campingplatz im Lee aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

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