Bergbahnen-Streit im Obertoggenburg - Hotelbuchungen bleiben aus

WILDHAUS/UNTERWASSER. Bei den Hotels im Obertoggenburg bleiben die Buchungen für den kommenden Winter aus. Seit Monaten streiten sich die Bergbahnen von Wildhaus und Unterwasser-Chäserrug um die Verteilung der Tarifverbund-Einnahmen.

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Wegen des Tarifstreits blieben die Buchungen für den kommenden Winter aus. (Bild: Ralph Ribi)

Wegen des Tarifstreits blieben die Buchungen für den kommenden Winter aus. (Bild: Ralph Ribi)

Aus diesem Grund ist noch nicht bekannt, ob die beiden verbundenen Skigebiete von Wildhaus und Iltios-Chäserrugg wie bisher gemeinsame Ski-Tageskarten anbieten werden. Dies hält Feriengäste davon ab, Hotels in der Region zu buchen.

«Man spürt es ganz klar», sagte Michael Müller, Hotelier in Wildhaus und Präsident der Obertoggenburger Hotelkooperation (OHK), am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Vor allem für die Sportferien von Januar bis bis März 2016 gebe es weniger Buchungen.

Alleingang im Sommer
Die Toggenburg Bergbahnen AG Unterwasser und die Bergbahnen Wildhaus AG verhandeln führen derweil ihren Verteilkampf weiter. Angefangen hatte der Streit im Frühjahr, als die Toggenburg Bergbahnen die regionale Wandertageskarte und das Saisonabonnement - gültig auf allen Toggenburger Bergbahnen - aus ihrem Angebot nahmen.

Wanderer konnten im Sommer keine gemeinsamen Fahrkarten für die beiden Gebiete kaufen. Die Verhandlungen, zum Teil mit Beteiligung des Kantons, verliefen zäh. Zuletzt wurde am 17. Oktober eine Informationsveranstaltung abgesagt, weil noch keine Einigung zustande gekommen war.

Grosse Investitionen
Die Toggenburg Bergbahnen AG fordern auf Grund von Millionen-Investitionen in ein neues Gipfelrestaurant auf dem Chäserrugg und in eine neue Gondelbahn mehr Geld aus den Tarifverbund-Einnahmen. Der Streitpunkt ist die Höhe dieses Ausgleichs.

Die beiden Bergbahnunternehmen und das kantonale Volkswirtschaftsdepartement geben derzeit keine Auskunft zum Stand der Verhandlungen. Es sei geplant, gemeinsam zu informieren, war in Wildhaus, Unterwasser und beim Kanton lediglich zu erfahren.

«Fünf nach zwölf»
Die Eröffnung der Skisaison in wenigen Wochen naht, und die Zeit drängt. Es sei nicht mehr fünf vor zwölf, sondern eher schon «fünf nach zwölf», sagte ein Beteiligter der Nachrichtenagentur sda.

Den Hoteliers in der Region bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten. «Wir wünschen uns so schnell wie möglich Gewissheit», sagt OHK-Präsident Michael Müller. Weil viele Gäste heute ihre Ferien kurzfristig buchen, könnte eine rasche Einigung im Bergbahnen-Streit die Situation noch entspannen. (SDA)