Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BERGBAHN-ZWIST: Bergbahn-Projekt blockiert: «Gute Nacht, Toggenburg»

Die St.Galler Regierung spricht nur Geld, wenn die beiden Toggenburger Bergbahnen sich auf ein gemeinsames Ticket einigen. Der Entscheid sorgt für Ärger und Kritik bei den einen und für Hoffnung auf eine Fusion bei den anderen.
Maria Kobler-Wyer/Adrian Lemmenmeier/Christoph Zweili
Die Chäserruggbahn von Unterwasser nach Iltios und Chäserrugg: Die Bergbahnen im Toggenburg sollen sich auf ein gemeinsames Ticket einigen. (Bild: Urs Bucher/Archiv)

Die Chäserruggbahn von Unterwasser nach Iltios und Chäserrugg: Die Bergbahnen im Toggenburg sollen sich auf ein gemeinsames Ticket einigen. (Bild: Urs Bucher/Archiv)

Die St.Galler Kantonsregierung lehnt ein Gesuch um ein Darlehen der Bergbahnen Wildhaus ab. Sie verlangt, dass sich die konkurrierenden Bergbahnen im Toggenburg zusammenraufen und ein gemeinsames Ticket anbieten. Ansonsten würden keine weiteren Bundes- und Kantonsgelder fliessen, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. «Dass uns die St.Galler Regierung nun nicht mit Bundesgeldern unterstützten will, enttäuscht uns nicht nur, es verärgert uns auch», sagt Jakob Rhyner. Der 66-jährige Buchser präsidiert seit 25 Jahren den Verwaltungsrat der Bergbahnen Wildhaus AG. «Wir haben den Entscheid der Regierung zur Kenntnis genommen», sagt Mélanie Eppenberger, Verwaltungsratspräsidentin der Toggenburg Bergbahnen AG. Die Toggenburg Bergbahnen selber haben schon seit Jahren keine öffentlichen Gelder mehr beantragt und ihre Projekte auf privatwirtschaftlicher Basis finanziert.

Projekt blockiert
«Das «Projekt Wildhaus 2.0» ist mit dieser Entscheidung blockiert», sagt Jakob Rhyner. Vorgesehen gewesen sei der Bau einer neuen Sechser-Sesselbahn und eine optimierte Beschneiung. Kostenpunkt: 15 Millionen Franken. Der Bund hätte im Rahmen der neuen Regionalpolitik fünf Millionen Franken beisteuern sollen. Bleibt dieser Zustupf aus, erhielte man auch die sechs Millionen der Bank nicht. «Die Blockade des Projekts provoziert einen massiven volkswirtschaftlichen Schaden», sagt Rhyner. «Wenn auch noch das Jufa-Hotel in Wildhaus und das Rekadorf abspringen, dann gute Nacht, Toggenburg».

Zukunftsorientierte Lösung
Der St.Galler Volkswirtschaftschef Bruno Damann hat in mehreren Gesprächen versucht, zwischen den Fronten zu vermitteln, wie es in der Mitteilung der Staatskanzlei heisst. Vergeblich. «Wir von den Bergbahnen Wildhaus sind bereit, die bisherige Lösung beizubehalten oder den ausgehandelten Kompromiss von 2015 weiterzuführen. Aber die Toggenburg Bergbahnen AG wollen das nicht.» Einen Tarifverbund – die heutige Lösung – hält Mélanie Eppenberger, Verwaltungsratspräsidentin der Toggenburg Bergbahnen AG, für ökonomisch nicht tragbar. «Wir sind an einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Lösung interessiert», sagt sie. Eine einzige Gesellschaft könne die Erwartungen der Gäste besser erfüllen. «Wir sehen eine Fusion als Lösung und bedauern, dass der Verwaltungsrat der Bergbahnen Wildhaus eine solche ablehnt», sagt Eppenberger. «Nun liegt es an den Aktionären, eine Fusion zu ermöglichen.» Sie haben noch bis zum 10. November die Möglichkeit für den Aktienverkauf oder Aktientausch. Wie viele sich bis jetzt gemeldet haben, will Eppenberger zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Jakob Rhyner geht davon aus, dass nur sehr wenige Aktien die Hand gewechselt haben.

Am Pfingstsamstag schalteten die Toggenburg Bergbahnen AG ein Zeitungsinserat, in dem sie den Aktionären der Bergbahnen Wildhaus AG offerierten, ihre Aktien aufzukaufen, zum Preis von 25 Franken pro Aktie. Das Inserat trug den Titel «Zur Rettung des gemeinsamen Skitickets im Obertoggenburg».

«Im Interesse der Region handeln»
Max Nadig, Präsident von Toggenburg Tourismus, zeigt sich besorgt über den angedrohten Zahlungsstopp der Regierung. «Das wäre gar nicht gut für die Region», sagt er. Der Investitionswille würde so gedämmt. «Wir rufen die Bergbahnen zur Zusammenarbeit auf», sagt Nadig. «Sie müssen jetzt im Interesse der Region handeln.» Konkrete Vorschläge konnte Nadig noch nicht machen. «Das müssen wir jetzt diskutieren.» Die Bergbahnen seien für die touristische Entwicklung entscheidend, sagt Nadig.

Kritik der FDP
Aus Sicht der St.Galler FDP ist die Begründung der Regierung für den negativen Entscheid nicht stichhaltig, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Es sei zu bezweifeln, dass politischer Druck von Seiten der Regierung zu einer Entkrampfung der Situation beitrage. "Der Entscheid stellt die übergeordnete wirtschaftliche Entwicklung im oberen Toggenburg infrage, da weitere Erneuerungsprojekte wie das Jufa-Hotel in Wildhaus blockiert werden", heisst es weiter. Aufgrund der grossen volkswirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus drohe der strukturschwachen Region Obertoggenburg ein Dominoeffekt, der den Steuerzahler teurer zu stehen käme als das vorliegende Gesuch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.