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BERG SG: Gemeinde sucht Genossenschafter

Die Gemeinde möchte die Liegenschaft des Restaurants Rebstock nicht kaufen. Stattdessen gibt sie den Ball weiter an die Berger Bürger. Und sucht nach «innovativen Ideen».
Noemi Heule
Das Restaurant Rebstock in Berg steht zum Verkauf. Nun zieht sich die Gemeinde als möglicher Käufer zurück. (Bild: Ralph Ribi)

Das Restaurant Rebstock in Berg steht zum Verkauf. Nun zieht sich die Gemeinde als möglicher Käufer zurück. (Bild: Ralph Ribi)

Noemi Heule

noemi.heule@tagblatt.ch

Die Zukunft des «Rebstocks» in Berg bleibt ungewiss. Sicher ist: Die Gemeinde sieht von einer Rettung durch die öffentliche Hand ab. Wie er im aktuellen Mitteilungsblatt schreibt, hat sich der Gemeinderat gegen einen Kauf entschieden. «Der Grund liegt unter anderem darin, dass bereits mehrere finanzintensive Projekte laufen», heisst es in der Mitteilung. Mit einer Schliessung des Restaurants gehe aber auch ein Stück Dorfleben, ein Stück Kultur verloren, räumt der Gemeinderat ein. Ganz zurückziehen will sich die Gemeinde deshalb nicht. Vielmehr sucht sie nach «alternativen Lösungen» –und gibt den Ball weiter an die Bergerinnen und Berger.

«Wir wollen vorerst klären, ob überhaupt ein Interesse da ist», sagt Gemeindepräsident Sandro Parissenti. Die Bürger werden im «Berg Aktuell» aufgefordert, sich einzubringen. Dem Gemeinderat schwebt etwa eine Genossenschaft als Betreiberin der Liegenschaft vor. Wie das Haus im Dorfkern dereinst genutzt werden soll, ist aber noch völlig offen. Nun sind innovative Ideen gefragt. Bis zum 15. Oktober bleibt der Bevölkerung Zeit, Vorschläge einzureichen.

Findige Köpfe und Geldgeber

Ein Restaurant allein bleibt der «Rebi», wie ihn die Berger liebevoll nennen, wohl nicht. Eine «isolierte Nutzung» sei schwierig zu realisieren, sagt Parissenti. Dagegen könnte sich eine Kombination aus mehreren Angeboten aufdrängen, etwa als Wo­chen­end-Café und gleichzeitig als Plattform für Hofläden oder Verkaufsfläche für frisches Brot. Doch nicht nur findige Köpfe mit Ideen sind gesucht, sondern auch Geldgeber. «Wir wollen kein Luftschloss bauen», sagt Parissenti und ergänzt. «Die Zukunft des ‹Rebstocks› muss uns auch etwas wert sein.» Parissenti wünscht sich eine Trägerschaft aus der Berger Bevölkerung. Er ist sich sicher: «Der Genossenschaftsgedanke ist in der Schweiz fest verankert.» Diese Schweizer Besonderheit soll bestenfalls in Berg zum Tragen kommen.

Der Gemeinderat möchte die Bevölkerung nun möglichst schnell mobilisieren. Er erwarte nämlich nicht, dass Eigentümer Riccardo Frick mit dem Verkauf der Liegenschaft zuwarte, bis eine Lösung gefunden sei. «Schlimmstenfalls ist es dann halt zu spät», räumt er ein.

Der «Rebstock», das einzige Speiserestaurant im Berger Dorfkern, schliesst per 31. Oktober, wie Riccardo Frick Anfang September bekannt gab. Gleichzeitig bot er die Liegenschaft via Inserat zum Verkauf feil. Sechs Interessenten haben sich seither gemeldet, darunter die Gemeinde und zwei Hobbygastronomen, die den Betrieb nebenbei oder als Pächter übernehmen wollten, was für ihn keinesfalls in Frage komme. Ein konkreter Vorschlag sei bis anhin nicht eingegangen, sagt Frick, der sich noch immer wünscht, dass der «Rebstock» überlebt. Dieser sei schliesslich «eine Herzensangelegenheit». Dennoch möchte er die Liegenschaft auf jeden Fall verkaufen, notfalls an einen Investoren, der die Gaststube in Wohnungen verwandelt.

1,1 Millionen Franken beträgt der Wert der Liegenschaft laut einer Schätzung aus dem Jahr 2015. Da er seither ins Gebäude investiert habe, werde er es im November erneut schätzen lassen, sagt Frick, für den das Haus nicht rentierte: «Solange die Bevölkerung nicht öfters einkehrt, bleibt es ein Verlustgeschäft.»

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