Bereit, etwas mehr zu bezahlen

Aus für Entsorgungsfachstelle, 26.10.2011

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Aus für Entsorgungsfachstelle,

26.10.2011

Vor nicht ganz zwei Jahren haben die Behörden von Rorschach, Rorschacherberg, Goldach und Tübach etwas sehr Gutes geschaffen: eine gemeinsame Entsorgungsfachstelle, die für uns Bürgerinnen und Bürger ein tolles Angebot ist. Nun, nach nicht einmal zwei Jahren werden wir ohne jegliche Vorwarnung vor die Tatsache gestellt, dass die Entsorgungsfachstelle geschlossen werden soll. Dabei argumentieren die Behörden mit den hohen Personalkosten und verstecken sich hinter einem Abfallgesetz. Kein Wort finden wir im Artikel, wie gut das Angebot genutzt und geschätzt wird.

Es war geplant, dass für etwa Fr. 1.50 pro Einwohner und Jahr eine Entsorgungsfachstelle betrieben werden könne, einen Betrag, der nicht einmal für einen 35-Liter-Abfallsack reicht. War das realistisch? Entspricht der im Artikel bezeichnete Betrag von rund sieben Franken oder zwei 60-Liter-Säcken pro Einwohner der Sache nicht besser? Den Behörden erscheint er als zu hoch. Wenn wir in Betracht ziehen, dass wir praktisch jederzeit unseren Abfall problemlos entsorgen können und dabei erst noch von hilfsbereitem Personal unterstützt werden, finden wir ihn angemessen. Zudem sind wir überzeugt, dass uns Steuerzahlern eine ähnlich komfortable Lösung in jeder Gemeinde, gesamthaft betrachtet, nicht günstiger kommt. Auch wenn vielleicht für die Entsorgung weniger aufgewendet werden müsste – was wir nicht glauben –, der Gesamthaushalt wird sicher nicht entlastet. Mit der Schliessung der Stelle besteht nämlich die Gefahr, dass jetzt noch sinnvoll beschäftigte ausgesteuerte Personen ganz aus der Arbeitswelt fallen und von die Sozialhilfe unterstützt werden müssen. Dies betrifft somit unsere Steuergelder in gleichem Masse oder sogar noch stärker, obwohl wir dann auf ein sehr bürgerfreundliches Angebot verzichten müssen.

Uns ist der Erhalt der Entsorgungsfachstelle aus praktischen, regionalen wie auch sozialen Gründen ein grosses Anliegen, und wir wären auch bereit, dafür etwas mehr zu bezahlen. Wie wir aus verschiedenen Gesprächen entnehmen konnten, stehen wir mit dieser Ansicht nicht alleine da und möchten die Behörden darum bitten, ihren Entscheid nochmals zu überdenken. Wir hoffen, dass sie bei einer gesamthaften Betrachtung zu einer anderen Lösung kommen auch in ihrem Interesse. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, dass die Beteuerungen, alle möglichen Lösungen in der Stadt am See gemeinsam angehen zu wollen, nur hohle Phrasen sind.

Margrit und Bruno Zürcher-Braun

Klosterstr. 17, 9403 Goldach

Mehr Engagement erwartet

Aus für Entsorgungsfachstelle,

26.10.2011

«Nach zwei Jahren wird die Entsorgungsfachstelle Bodensee geschlossen. Grund dafür ist ein Defizit, verursacht durch hohen Personalaufwand.» So informiert das Tagblatt über diese Schliessung. Als Stimmbürgerin finde ich es beschämend, dass unsere Region 190 000 Franken für einen Leiter und zehn Ausgesteuerte nicht mehr aufbringen kann. In diesem Zusammenhang stellen sich mir folgende Fragen:

Das Projekt ging von einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren aus. Wieso erfolgt die Schliessung bereits nach zwei Jahren? Das Projekt Seebus erhielt – trotz Defizit – eine weitere Chance.

Wurden günstigere Varianten (zum Beispiel höhere Gebühren fürs Entsorgen) überhaupt geprüft? Der Abfall muss auch weiterhin entsorgt werden, und die Kosten dafür werden nicht geringer, wenn jede Gemeinde nun zusätzliches Personal einstellen muss. Bei den toxischen Stoffen, die in Zukunft in jeder Gemeinde separat entsorgt werden, fallen mindestens so hohe Kosten an wie bisher.

Die zehn Angestellten und der Leiter der Versorgungsstelle landen nicht einfach auf der Strasse; sie dürfen nun laut Zeitungsbericht Medaillen produzieren. Wer bezahlt das? Werden da die Kosten nicht einfach umgelagert?

Den Entscheid zur Schliessung haben die Behörden der vier Gemeinden zu verantworten. Für ein allseits anerkanntes und gutes Projekt wie das Business House hätte ich von ihnen mehr Engagement erwartet.

Beatrix Weibel-Oberholzer

Sägestrasse 4, 9403 Goldach

Ein planerischer Fehlgriff

Wohl niemand, der die Publikationen zur umstrittenen Baulandparzelle Burenweid in Rorschacherberg verfolgte, kann sich des Eindrucks erwehren, dass sich die Umzonung als planerischer Fehlgriff entpuppte. Dazu alle Fragwürdigkeiten, Zumutungen an die Anstösser, unerfüllte Versprechungen und Erwartungen nochmals aufzulisten ist unnötig. Dass, wer planen und entscheiden muss, vor möglichen Fehleinschätzungen nicht gefeit ist, ist verständlich. Unverständlich ist aber, dass eine derart offensichtliche Fehlplanung nicht erkannt und eingestanden wird. Davon ist mir aus den Verlautbarungen der Gemeindeführung aber keine Silbe bekannt. Dazu würde ja auch gehören, Verantwortung zu übernehmen und alles Mögliche zu versuchen, um die Fehlleistung zu korrigieren oder zumindest den Schaden zu begrenzen. Stattdessen hat sich aber auch die neue Gemeindeleitung hinter Paragraphen versteckt und demokratische Initiativen zur Fehlerkorrektur beiseite geschoben, in einer offensichtlichen Verzögerungstaktik behindert und droht sie nun aktuell ins leere laufen zu lassen. Die Gemeindeleitung verspielt damit nicht nur Vertrauen in der Bevölkerung. Sie bekommt dafür ein allerdings ungefreutes Denkmal geschenkt. Sollte nämlich das auch noch so schöne Einfamilienhaus «mit einem Arbeitsplatz» und den Gewinnen eines «Weltunternehmens» am südlichen Eingang zur Gemeinde Rorschacherberg tatsächlich gebaut werden, so wird es über Jahrzehnte an diesen politischen Fehlgriff und die Unfähigkeit, ihn zu korrigieren, erinnern. Persönlich wünsche ich dem menschlich sympathischen neuen Gemeindeoberhaupt aber etwas Besseres.

Peter Unseld

Sonnenbergstrasse 4

9404 Rorschacherberg

Ein Ding beim Namen nennen

Mäuse dingfest gemacht,

31.10.2011

«Ein Ding» abhalten. Etymologisch vom Germanischen Thing, eine Volks- (und Gerichts)Versammlung einberufen. Ein Ding rufen, eine Sache, die wieder einen Namen erhält. Dieses Ding da, ein Ding der (Un)Möglichkeiten, das ist ein Ding, etwas Erstaunliches, etwas Überraschendes. Und das Ding an sich ist nach Kant das wahre Sein, die wahre Wirklichkeit. Ein Ding beim Namen nennen und eine kleine Geschichte erzählen, sie für andere wieder «dingFest» machen.

Raffaele F. Schacher

Seeheimstr. 5, 9403 Goldach

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