BEIZ: Cevapcici statt Calamares

Fast vier Jahre stand das Restaurant Kreuz in Winkeln leer. Ursprünglich schwebte der Stadt ein Quartierrestaurant mit spanischem Ambiente vor. Doch statt spanisch wird das «Kreuz» nun kroatisch.

Christina Weder
Drucken
Das Restaurant Kreuz in Winkeln steht nicht mehr leer: Der Kroatische Sportverein schenkt Bier, Kaffee und Wein aus. (Bild: Ralph Ribi)

Das Restaurant Kreuz in Winkeln steht nicht mehr leer: Der Kroatische Sportverein schenkt Bier, Kaffee und Wein aus. (Bild: Ralph Ribi)

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Im Restaurant Kreuz beim Bahnhof Winkeln tut sich etwas. In der Fritteuse brutzeln Pommes Frites. Auf dem Grill braten Würste und Cevapcici. Hinter der Theke steht wieder eine Wirtin. Das war lange nicht mehr der Fall. Denn nachdem die ehemalige Wirtin vor bald vier Jahren in Pension gegangen war, stand das «Kreuz» leer. Vor rund einem Monat hat der Kroatische Sportverein das Lokal wiedereröffnet. Er hat darin sein Vereinslokal eingerichtet.

Teure Sanierungspläne fallengelassen

Dabei hatte die Stadt als Eigentümerin zuerst andere Pläne fürs «Kreuz». Sie wollte daraus ein «Quartierrestaurant mit spanischem Ambiente» machen. Das Spanische Klubhaus sollte von seinem Standort hinter dem Hauptbahnhof nach Winkeln umziehen. Doch das Vorhaben scheiterte. Zuerst kam die Planung der Sanierung nicht vom Fleck, der Umzug der Spanier verzögerte sich. Und einige Monate später gelangte die damalige Baudirektorin zum Schluss, dass eine Sanierung zu teuer wäre. Die Pläne wurden fallengelassen, die Spanier erhielten eine Absage. Das Kreuz stand weiter leer. Nur die Guggenmusik nutzte es noch als Probelokal.

Das städtische Liegenschaftenamt prüfte daraufhin mit dem Quartierverein Winkeln weitere Mietinteressenten. Man entschied sich schliesslich für den Kroatischen Sportverein. Dessen Präsident Stjepan Klopotan wohnt seit über 40 Jahren im Quartier. Er war schon länger auf der Suche nach einem Vereinslokal. «Nun sind wir alle glücklich, dass es geklappt hat», sagt er. Der Kroatische Sportverein zählt rund 40 Fussballer, 10 bis 15 Kegler und eine Folkloregruppe. Bei der Sanierung legten die Vereinsmitglieder selber Hand an. Sie bauten die alte Küche aus, strichen Wände, erneuerten die Decke des Saals, verlegten Bodenplatten im Wirtsraum, erfüllten Auflagen der Feuerpolizei. Sie bauten eine Bar ein und schafften neue Tische an. Noch immer bleibe einiges zu tun, sagt Klopotan. Die Kegelbahn etwa funktioniere noch nicht wie gewünscht.

Keine Küche, aber ein Grill

Die Stadt unterstützte den Verein bei der Sanierung finanziell. Es sei nur «das Nötigste» gemacht worden, sagt Serafina De Stefano, die Leiterin des Liegenschaftenamts. Sie ist überzeugt, dass eine «sehr gute Lösung fürs Kreuz» gefunden sei. Der Kroatische Sportverein führt darin eine kleine Wirtschaft – allerdings ohne Küche. Er dürfe denn auch nicht kochen, aber Getränke ausschenken und den Grill einheizen, sagt De Stefano. Im Angebot sind Bratwürste, Cevapcici, Pommes, Hamburger, Kaffee, Bier und kroatischer Wein. Das «Kreuz» hat täglich ausser montags geöffnet. Laut Wirtin Eva Tomic waren die Besucherzahlen bisher schwankend. «Langsam geht es aufwärts.»

Der Kroatische Sportverein kümmert sich zudem um die Vermietung des Saals und der Kegelbahn. Dabei geniessen die Winkler Vereine Priorität. «Sie können das Haus weiterhin nutzen», sagt De Stefano. Damit sei das grösste Anliegen des Quartiervereins Winkeln erfüllt. Entsprechend zufrieden zeigt sich Ernst Altherr, Co-Präsident des Quartiervereins. «Fürs Quartier ist es nur positiv, dass das ‹Kreuz› nicht mehr brach liegt.» Jetzt sei es wichtig, die Räumlichkeiten entsprechend zu nutzen.

Aktuelle Nachrichten