Beim neuen Regierungsrat

GOLDACH. Architekt Herbert Huser (SVP) oder Stadtpräsident Beni Würth (CVP) wird neues Mitglied der Kantonsregierung. 90 Besucher prüften in Goldach, welchen der beiden sie wählen wollen.

Rudolf Käser
Drucken
Teilen
Herbert Huser, Kandidat der SVP. (Bilder: Rudolf Käser)

Herbert Huser, Kandidat der SVP. (Bilder: Rudolf Käser)

GOLDACH. Zum Podiumsgespräch über die Ersatzwahl in die St. Galler Regierung – für den zurücktretenden Josef Keller – vom 28. November luden die CVP und die SVP der Region Rorschach in die Aula Goldach ein. Daniel Rüegg (SVP) und Christina Schönenberger (CVP) äusserten sich überrascht, dass 90 Interessierte erschienen. Diese bekamen zwar Schlagabtausche in Sachfragen zu hören, doch die Fairness blieb jederzeit gewahrt.

Herbert Huser möchte als Regierungsrat für weniger Bürokratie und näher am Volk politisieren. Beni Würth möchte Probleme nicht von oben lösen, sondern Gespräche suchen.

«Kompetent und wählbar»

Der Grabser Schulleiter und Journalist Hansjürg Vorburger leitete das Podium witzig und mit kernigen Fragen. Nach mehreren Aussagen gefiel den Besuchern, dass einige brennende Themen aufs Tapet und trotz einiger Übereinstimmungen auch gegensätzliche Ansichten zum Ausdruck kamen. Dabei konnten sowohl Herbert Huser als auch Beni Würth aus Sicht von befragten Besuchern überzeugen.

«Das sind zwei gute, kompetente Kandidaten», urteilte einer. Eine Besucherin hielt fest: «Für mich wären durchaus beide wählbar.»

«Den Kanton weiterbringen»

Vorburger stellte Würth bezüglich der Projekte in den Agglomerationsprogrammen des Bundes. «Wären Sie für die Richtung Zürich oder für St. Gallen?» – «Ich bin zwar St. Galler.

Aber ich strebe die jeweils beste Lösung für eine Region an und bin gegen das gegenseitige Ausspielen von Regionen.» Herbert Huser setzte nach: «Wir treten doch an, um den Kanton weiterzubringen.» Huser sprach sich aber ebenfalls für grenzüberschreitendes Handeln, etwa im Rheintal, aus. Das sieht Würth gleich, aber vor allem unter den Kantonen.

Huser machte sich für die KMU stark, welche nicht vergessen werden sollten. Er wünscht für die kleinen und mittleren Betriebe mehr Gehör in der Regierung. Dem konnte sich Würth weitgehend anschliessen: «Das Departementsdenken muss aufhören. Lösungen, die ein Departement betreffen, müssen in der Regierung übergreifend diskutiert werden.»

Erfahrung gegen Praktiker

Es wurde deutlich, dass sich Beni Würth – Kantonsrat seit 1996, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona –

um einiges länger auf dem politischen Parkett bewegt als Herbert Huser – Kantonsrat seit zweieinhalb Jahren. Würth liess mehrmals seine Erfahrungen in gesetzlichen Bereichen durchblicken. Architekt Herbert Huser (Altstätten) dagegen sähe sich im Regierungsrat als «der praktisch Handelnde, der die Nähe zum Volk sucht». Bezüglich Sicherheit in der Öffentlichkeit sprach der Podiumsleiter auch die Ausschaffungs-Initiative an. Huser bedauerte, Gerichte würden oft anders entscheiden, als es das Gesetz vorsehe.

Würth machte sich für den Gegenvorschlag stark, weil die Initiative «erhebliche Mängel» aufweise.

Armut und Frühförderung

Eine Besucherin wollte wissen, wie sich die Kandidaten betreffend Gelder für Frühförderung und gegen Armut (zum Beispiel bei alleinstehenden Müttern) verhalten würden. Würth wies darauf hin, dass im Kanton St. Gallen jährlich 100 Millionen Franken für Sonderpädagogik ausgegeben würden. «Da ist natürlich Frühförderung ein Mittel dagegen.

» Huser sagte, Frühförderung betreffe vorwiegend die Gemeinden. «Alles, was auf Gemeindeebene gelöst werden kann, sollte dorthin delegiert werden. Denn dort sind Fachleute vor Ort.»

Die abschliessende Frage, weshalb der Gegenkandidat nicht wählbar sei, sorgte für Erheiterung. «Natürlich parteipolitisch bedingt», meinte Würth scherzhaft. Huser präzisierte: «Er ist ein Verwalter, ich bin ein Gestalter.»

Beni Würth, Kandidat der CVP.

Beni Würth, Kandidat der CVP.

Aktuelle Nachrichten