Bei Zweifeln aufs Herz hören

23 Schüler des Gymnasiums Untere Waid in Mörschwil feierten am Donnerstag ihre bestandene Matura. Quintessenz des Abends: Dem Verstand soll man gehorchen, der inneren Stimme auch.

Katja Fässler
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MÖRSCHWIL. «Ihr seid nun reif», verkündet die stellvertretende Rektorin Jeannette Wick am Donnerstag an der Maturafeier in der Kapelle des Gymnasiums Untere Waid. Alle 23 Schüler haben die Prüfungen bestanden, was die Rektorin fröhlich stimmt. Nach einem musikalischen Auftakt hält Sebastian Lamm, Mathematiklehrer am Gymnasium, die Festrede.

Gefühl und Verstand

«Ihr habt etwas erreicht, das nur mit viel Fleiss und Ausdauer erreicht werden kann», sagt Lamm. Doch das Leben halte noch härtere Prüfungen bereit. «Erinnert euch an das schöne Gefühl, gut vorbereitet zu sein.» Das darauffolgende Gekicher lässt vermuten, dass dies nicht durchgehend der Fall war. Doch nebst harter Arbeit und Kopflastigkeit rät der Lehrer den Maturanden, im Zweifelsfall auf ihre Herzen zu hören. Der sicherste Weg ist nicht immer der richtige, sagt Lamm. «Beschäftigt euch mit dem, was euch interessiert, folgt eurer Leidenschaft.» Auch Erziehungsrat Max Knöpfli greift das Thema auf, relativiert aber, dass es doch oft leichter gesagt als getan sei, auf sein Bauchgefühl zu hören. «Wenn euch der Mathelehrer bei einer schwierigen Aufgabe dies empfiehlt, seid ihr wohl falsch beraten», sagt Knöpfli schmunzelnd.

Ein Preis für die Besten

Um 17.30 Uhr dann kommt der Augenblick, auf den die Maturandinnen und Maturanden lange hingearbeitet und wohl auch lange herbeigesehnt haben: die Maturazeugnisse werden verteilt. Zuerst werden die fünf Besten des Jahrgangs in aufsteigender Reihenfolge aufgerufen: Konstantin Schiessl, Alessandro Suter, Angélique Mürset, Matthias Schneider und Luca Schmid. Letztere beiden haben jeweils einen Notenschnitt von 5,7 erzielt und werden traditionsgemäss mit einem Anerkennungspreis der Raiffeisenbank Mörschwil ausgezeichnet. Anschliessend nehmen auch die restlichen erfolgreichen Absolventen ihre Diplome strahlend entgegen.

Immer schön locker

Als sich die Feier dem Ende neigt, gibt die Abschlussklasse ihren eigenen Beitrag zum Besten. Gemäss der Ansprache zweier Maturandinnen hätte die Klasse zwar kein eigenes Motto, doch mit Sätzen wie: «Wer nichts macht, macht nichts verkehrt» oder: «Am liebsten sprechen wir über nichts, denn davon verstehen wir am meisten», demonstrieren sie ihre lockere Haltung gegenüber dem hinter ihnen liegenden Schulalltag. Und auch, dass Bilder mehr sagen als tausend Worte, wird in der anschliessenden Diashow verdeutlicht. Auf den Fotos zeigen sich die Maturanden in lustiger Verkleidung, vor einer Shisha sitzend und Rauch aus der Nase blasend, beim Feiern und Grimassen schneiden. Als musikalische Begleitung dient dazu passend der Song «Lasse redn» von den Ärzten. Zu guter Letzt verabschiedet Rektorin Jeanette Wick die Gäste in den Abend, der mit einem Fotoshooting der Maturanden und einem Abendessen im Restaurant Bad Horn ausklingt.