Bei Vögeln ist Hygiene das A und O

Die Voliere in Zürich hat alle Hände voll zu tun: Aufgrund der tiefstehenden Sonne gibt es mehr Vögel, die gegen Glasfassaden oder einzelne Fenster fliegen. Die Vogelpflegestation im Stadtpark hat dagegen weniger «Schiibechlöpfer», wie Christian Müller, Präsident der Voliere-Gesellschaft, sagt.

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Christian Müller Präsident Voliere-Gesellschaft St. Gallen (Bild: Benjamin Manser)

Christian Müller Präsident Voliere-Gesellschaft St. Gallen (Bild: Benjamin Manser)

Die Voliere in Zürich hat alle Hände voll zu tun: Aufgrund der tiefstehenden Sonne gibt es mehr Vögel, die gegen Glasfassaden oder einzelne Fenster fliegen. Die Vogelpflegestation im Stadtpark hat dagegen weniger «Schiibechlöpfer», wie Christian Müller, Präsident der Voliere-Gesellschaft, sagt.

Wie viele Vögel werden bei Ihnen eingeliefert, weil sie wegen der tiefstehenden Sonne in Fenster fliegen?

Wir sind nicht so stark betroffen. Aber es ist grundsätzlich weniger ein Problem des Sonnenstandes, sondern vielmehr der Architektur. Viele grossflächige Fenster spiegeln die Natur, daher fliegen die Vögel dagegen. Gerade Zugvögel werden Opfer.

Wieso Zugvögel? Kennen die sich in der Stadt weniger gut aus?

Das scheint so zu sein. Hiesige Vögel merken sich offenbar, wo sie durchfliegen können und wo nicht.

Wie viele fliegen gegen Fenster?

Das ist sehr schwierig zu sagen. Dies auch, weil viele Vögel beim Aufprall sterben und später von den Hauswarten weggeräumt werden. Aber das grössere Problem ist sowieso der schwindende Lebensraum in der Stadt. Es gibt weniger Bäume und viele Gärten, die für Vögel nichts mehr hergeben. Etwa Steingärten oder jene mit englischem Rasen. Daher haben die Vögel viel zu wenig Futter.

Soll man Vögel im Winter füttern? Dazu gibt es je sehr unterschiedliche Meinungen.

Die Vogelwarte Sempach rät vom Füttern ab. Wir hingegen empfehlen, die Vögel zu füttern. Und zwar das ganze Jahr durch.

Das irritiert jetzt aber etwas…

Wir empfehlen die Ganzjahres-Fütterung, weil die Vögel im Siedlungsgebiet immer weniger Futter finden und ihr Bestand daher stetig abnimmt. Die Vogelwarte Sempach rät vom Füttern ab, weil Futterstellen oft nicht hygienisch sind. Dort werden durch Kot Krankheiten verbreitet, was den Vogelbeständen noch mehr schadet. Hygiene am Vogelhäuschen ist das A und O.

Wie hält man seine Futterstelle sauber?

Einmal in der Woche sollte man sie gut putzen, vielleicht sogar mit heissem Wasser auswaschen. Danach soll man sie wieder mit frischem Futter auffüllen, etwa mit Körnern. Aber auch Rosinen und Haferflocken eignen sich sehr gut. (rsp)