Bei Mobbing nicht wegschauen

Françoise D. Alsaker von der Alsaker Gruppe für Prävention, Universität Bern, referierte im Rahmen eines von der Schule Thal erarbeiteten Präventionskonzepts zum Thema Mobbing.

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THAL. Die heutige Gesellschaft wandelt sich immer schneller. Gesellschaftliche Werte und Normen verändern sich und bewirken neue Fragen und Herausforderungen. Mit diesen Herausforderungen werden die Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern, aber auch die Schule täglich konfrontiert. Um den Umgang mit diesen Herausforderungen zu bewerkstelligen, wird zunehmend auf Prävention gesetzt.

Neues Präventionskonzept

Um der Prävention in der Schule Thal ein Gesicht zu geben, haben sich die Schulsozialarbeiter und Schulleiter sowie Vertreter aus dem Schulrat, den Lehrerteams und Elternräten zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen und gemeinsam ein Präventionskonzept ausgearbeitet. Dieses beinhaltet diverse Themen, denen die Eltern und die Schule begegnen. Zu ihnen werden Elternabende und Schülerveranstaltungen organisiert. Die Schule Thal möchte mittels Informationsveranstaltungen Anregungen mitgeben.

Françoise Alsaker führte in ihrem Referat in das Thema Mobbing ein und gab wertvolle Hinweise, wie diesen schädigenden Verhaltensweisen entgegengewirkt werden kann. Der Begriff Mobbing ist noch jung. Diese Bezeichnung existiert erst seit etwa 15 Jahren. Das Phänomen hingegen ist schon lange bekannt. Mobbing stellt für Betroffene eine Erniedrigung und eine Demütigung dar. Auslöser dieser Demütigungen ist meist ein ausgrenzendes und kränkendes Verhalten einer Gruppe, das sich systematisch und wiederholt gegen eine einzelne Person richtet.

Neue Dimension von Mobbing

Diese Konfrontationen stellen eine Machtausübung dar. Oft verlaufen solche Verhaltensmuster im Verborgenen ab, so dass sie für Erwachsene nicht sichtbar sind. Am Mobbing sind verschiedene Personen mit unterschiedlichen Funktionen beteiligt. Mit den modernen Medien hat Mobbing eine neue Dimension erhalten. Die Beschränkung durch Zeit und Raum findet nicht mehr statt. Es existiert ein grenzenloses Publikum und die Täter können anonym agieren.

Von Mobbing betroffene Kinder zeigen verschiedenste Reaktionen. Es sind körperliche Beschwerden, Angst vor der Schule, ein tiefes Selbstwertgefühl bis hin zu Depressionen bekannt. Die Eltern wurden ermutigt, bei einem Verdacht nicht wegzuschauen oder die Taten zu verharmlosen. Die Psychologin ermunterte sie, ihre Möglichkeiten der Prävention und der Früherkennung auszuschöpfen. (pd)

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