Beerdigte würdevoll «umgebettet»

GOSSAU. Die Bauarbeiten für den neuen Andreas-Saal in Gossau schreiten voran. Bereits sind die sogenannten Umbettungen ausgeführt worden, bei denen sterbliche Überreste gleich nebenan bestattet wurden.

Manuela Bruhin
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Die Baustelle vor der Andreaskirche wird mit Absperrungen vor neugierigen Blicken geschützt. (Bild: pd)

Die Baustelle vor der Andreaskirche wird mit Absperrungen vor neugierigen Blicken geschützt. (Bild: pd)

GOSSAU. Wer momentan einen Blick auf die Baustelle für den Andreas-Saal erhaschen will, der scheitert an den grossen und schweren Brettern, die rund um die Aushubarbeiten gleich neben der Andreaskirche aufgestellt worden sind. Diese seien nicht zufällig dort, erklärt Ruedi Manser, Präsident des katholischen Kirchenverwaltungsrats. Denn die besonderen Umstände, die auf dem Friedhofsgelände herrschen, müssten unbedingt berücksichtigt werden. «Wir wollten uns vor allzu neugierigen Blicken schützen und den Verstorbenen wie auch den Angehörigen respektvoll begegnen», sagt Manser.

Würdevoller Rahmen

Die «heisse Phase» der sogenannten Umbettungen, bei denen also die sterblichen Überreste freigelegt und auf dem angrenzenden Gelände wieder beerdigt wurden, dauerte insgesamt drei Tage. Eine deutlich kürzere Dauer als ursprünglich angenommen. Da die Verantwortlichen im Vorfeld eine auf solche Umbettung spezialisierte Firma hinzuzogen, konnten die Arbeiten zügig ausgeführt werden. «Ursprünglich wollten wir die sterblichen Überreste sammeln und dann neu beerdigen. Doch die dortigen Mitarbeiter hatten eine viel bessere Idee», erklärt der Kirchenverwaltungsratspräsident weiter. Neben der eigentlichen Baugrube wurde ein ähnlich grosses Gebiet abgesperrt. Dort wurden die gefundenen Knochen gleich wieder beigesetzt. Während dieser Phase waren Pater Andy Givel oder Ruedi Manser stets vor Ort. Eine würdevolle Einsegnung war für die Verantwortlichen unumgänglich. Nun sei man jedoch froh, diese emotional nicht ganz einfache Phase hinter sich zu haben.

Optimistische Vorhersagen

In diesen Tagen ist aufgrund der Bauferien nicht viel von Baulärm und Betonstaub zu erwarten. Anfang August beginnen dann die Baumeisterarbeiten. Rund eineinhalb Monate nach dem offiziellen Spatenstich kann Ruedi Manser sagen, dass der im Vorfeld erstellte Zeitplan absolut umsetzbar sei.

Für neugierige Passanten werden dann auch einzelne Fenster in den Absperrbrettern ausgespart, damit man sich vom jeweiligen Baufortschritt überzeugen lassen kann. Das Ziel ist laut Manser, noch vor dem Wintereinbruch den Rohbau fertigzustellen.