Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BAUPROJEKT: Skulptur am Rand der St.Galler Altstadt: Blauer Hund fordert zum Gespräch auf

Die umstrittene Bauparzelle am Mühlensteg 8a ist nicht mehr leer. Mit dem Hund «Hock» möchte Künstlerin Anita Zimmermann Passanten und Anwohner zum Gedankenaustausch anregen. Am Dienstagabend findet die Taufe der ungewöhnlichen Skulptur statt.
Laura Widmer
Anita Zimmerman mit ihrer blauen Styroporskulptur «Hock». (Bild: Benjamin Manser)

Anita Zimmerman mit ihrer blauen Styroporskulptur «Hock». (Bild: Benjamin Manser)

Der blauviolette Hund zieht die Blicke auf sich und wirft Schatten auf die gegenüberliegenden Häuser. Riesengross thront er am Hang über dem Mühlensteg. Hier ist ein Neubau mit 17 Wohnungen geplant. Die Stadt hat das Projekt bewilligt, ein Rekurs gegen die Baubewilligung ist noch hängig. Deshalb wird noch nicht gebaut. Mit Einverständnis der Stadt und der Bauherrschaft ist es möglich, dass der Hund auf dem Grundstück bleibt – für mindestens ein Jahr. Da hockt er nun also und starrt aufs Klosterviertel. Er stammt von der Künstlerin Anita Zimmermann, die gleich nebenan wohnt.

Unter dem Pseudonym Leila Bock hatte Zimmermann 2015 das Projekt «geiler Block» in Rotmonten durchgeführt. In Mehrfamilienhaus stellten 36 Künstler aus, bevor es abgebrochen wurde. Unter ihrem Pseudonym wirbt Anita Zimmermann auch für den «Hock», den sitzenden Hund, der einer Dogge nachem­pfunden ist. «Hock» war im Dezember 2017 in der Galerie Widmertheodoridis in Eschlikon ausgestellt – damals noch unbemalt.

«Etwas Verdichtung ist nicht schlimm»

Eigentlich sei es unsinnig, dass es Einsprachen gegen das Bauprojekt zwischen Mühlensteg und Berneggstrasse gegeben habe, findet Zimmermann. «Etwas Verdichtung ist für die Stadt nicht schlimm.» Als Protest gegen das Bauvorhaben am Mühlensteg 8a möchte sie den Hund daher nicht verstanden wissen.

«Viel eher geht es mir darum, dass die Leute miteinander reden», sagt sie. Jeder im Quartier habe andere Bedürfnisse, wenn es um das Bauvorhaben gehe. «Manche möchten ihre Aussicht auf die Stadt nicht verlieren, andere stört der Schattenwurf auf ihr Gebäude.» Der Hund solle Passanten und Anwohner zu Gesprächen anregen. Auch jemand, der keinen Bezug zu Kunst hat, könne sich eine Meinung dazu bilden.

Skulptur aus 40 Styroporklötze

Der Hund ist aus Styropor geschnitzt und musste zuerst in Einzelteile zerlegt werden, um den Weg von der Galerie an den Mühlensteg zu schaffen. Er setzt sich aus über 40 Styroporklötzen zusammen. Der «Hock» sitze einfach da, sagt Zimmermann. «Er dient nur als Platzhalter, im Extremfall als Projektionsfläche.»

Die Künstlerin beschäftigt sich schon länger mit Rolle der Kunstschaffenden in der Stadt St.Gallen. «Es gibt es für die qualifizierten Künstler nicht genug Auftritte», findet Zimmermann. Sie möchte mit «Leila Bock und deren Hock» einen Kontrapunkt setzen und am Dienstagabend ein paar Dinge zur Sprache bringen.

Der blaue Hund «Hock» ist einer Dogge nachempfunden. Am Dienstag wird die Skulptur von Anita Zimmermann am Mühlensteg 8a offiziell getauft. (Bild: Benjamin Manser)

Der blaue Hund «Hock» ist einer Dogge nachempfunden. Am Dienstag wird die Skulptur von Anita Zimmermann am Mühlensteg 8a offiziell getauft. (Bild: Benjamin Manser)

Nicht zufällig befinde sich der «Hock» mitten in einem «eng begrenzten Stadtteil». Denn eng begrenzt seien auch die Ausstellungsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler, die in der Stadt St.Gallen lebten. Es brauche die Kunst, gerade auch in der Stadt. «Kunst ist Wirbel und öffnet Welten. Sind nicht Künstler das Wichtigste an der Kunst?», sagt Anita Zimmermann. Ginge es nach ihr, sollte der «Hock» als Mahnmal möglichst lange stehen bleiben.

Der «blaue Hund» wird getauft

Auf den Plakaten, die Zimmermann in der Stadt verteilt hat, wird der Hund als «Bagatell-Vorhaben» bezeichnet. Ein schönes Wort, findet die Künstlerin selber. Am Dienstag bekommt er nun offiziell seinen Namen. Der «Hock» wird um 18 Uhr am Mühlensteg 8a getauft. Eingeladen dazu ist die ganze Stadt. Anita Zimmermann alias Leila Bock und Galerist Jordanis Theodoridis halten um 18.30 Uhr eine Ansprache. Angestossen wird gemäss Einladungsflyer bei Blasmusik mit heissem Schnaps.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.