Bauplan Säumli ist Kompromiss

Bis morgen liegt der Überbauungsplan Säumli öffentlich auf. In letzter Minute melden sich kritische Stimmen. Der Burgstock werde verschandelt. Hans Pfäffli relativiert: Dort ist eingezontes Bauland – der Plan stellt einen Kompromiss dar.

René Schneider
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Unter dem Burgstock (vorn die Appenzeller Strasse) sind drei dreistöckige Mehrfamilienhäuser und drei Einfamilienhäuser vorgesehen. (Bilder: René Schneider)

Unter dem Burgstock (vorn die Appenzeller Strasse) sind drei dreistöckige Mehrfamilienhäuser und drei Einfamilienhäuser vorgesehen. (Bilder: René Schneider)

Rheineck. Die sich in den letzten Tagen auf der Redaktion meldende Gegnerschaft des Überbauungsplans Säumli lässt sich an einer Hand abzählen. Aber der Tonfall der Gegner ist laut, schrill, radikal, und zum Teil bleiben die Kritiker lieber im Dunkeln der Anonymität.

Kulturskandal

Gemeinsam ist ihnen, dass sie die noch unbebauten Teile des Burghügels am liebsten unbebaut lassen würden – und wenn denn schon dort gebaut werden müsse – dann doch nicht so. Das Wahrzeichen Burgstock werde «trickreich geopfert». Der Überbauungsplan sei ein «Kulturskandal». Und die Verkehrserschliessung sei sowieso schlecht.

Die Vorwürfe richten sich gegen die Stadt, den Stadtrat, den Stadtpräsidenten. Letzterer stellt auf Anfrage klar: «Weder die Stadt noch der Stadtrat will dort bauen oder lässt bauen, sondern die privaten Grundeigentümer möchten dort bauen.» Gemäss gültigem Zonenplan dürfen sie das. Gebaut werden dürften auf dem zweiteiligen Baugebiet beidseits der Burghügel-Krete Einfamilienhäuser in Regelbauweise; also gemäss den bestehenden Bauvorschriften.

Kompromiss

Der Stadtrat wünsche «eine massvolle Entwicklung für Rheineck» auch im Bereich Neubau, und sei darum grundsätzlich für die Überbauung des eingezonten Baulandes, sagt Pfäffli.

Dass die Überbauung von eingezontem Bauland am Burgstock städtebaulich heikel sei, wisse auch der Stadtrat. Darum habe der Rat zusammen mit dem Grundeigentümer eine Art planerischen Kompromiss ausgehandelt: Auf den städtebaulich «noch heikleren» Teil würde der Bauherr auf einen Teil seines Rechts verzichten und weniger Einfamilienhäuser bauen, als dort möglich wären. Als (wirtschaftlichen) Ausgleich würde ihm gemäss Überbauungsplan zugestanden, dass auf dem vorderen Teil drei- statt zweigeschossig gebaut werden darf. An der Appenzeller- bzw. der Hof-Strasse sind darum drei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser vorgesehen, dahinter, erhöht am Hang, drei Einfamilienhäuser. Der Stadtrat lebe mit dem Überbauungsplan seinem Bemühen nach, bei Bauvorhaben möglichst die Landschaft und das Siedlungsbild schonende planerische Lösungen zu erreichen, sagt Pfäffli.

Im Siedlungsgebiet

«Im übrigen», hält der Stadtpräsident fest, «liegen beide Teile des Überbauungsplans in bebauten Gebieten, wo in der Nachbarschaft zum Teil schon sehr alte Häuser stehen.»

Auf die Frage, warum der Stadtrat angesichts des heiklen Baugebietes keinen Orientierungsabend für die Bürgerschaft durchgeführt habe, antwortet er, es handle sich um ein privates Bauprojekt auf privatem Bauland und die dabei übliche Vorgehensweise von Stadtrat und Baubehörden.

Der Gestaltungsplan mit zwei Baugebieten unter dem Burgstock.

Der Gestaltungsplan mit zwei Baugebieten unter dem Burgstock.