BAUMSCHÄDEN: Grosse Schäden an grossen Bäumen

Der späte Schnee hat Spuren hinterlassen. Zahlreiche Äste und Zweige krachten unter seiner Last zu Boden. Auch stattlichen Bäumen setzte er zu. Wie den Rosskastanien auf der Kreuzbleiche.

Christina Weder
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Die Folge des Schnees: Die Rosskastanie auf der Kreuzbleiche – nahe der Reithalle – hat zwei grosse Äste verloren. (Bild: Ralph Ribi)

Die Folge des Schnees: Die Rosskastanie auf der Kreuzbleiche – nahe der Reithalle – hat zwei grosse Äste verloren. (Bild: Ralph Ribi)

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Auf den Schnee folgt das Aufräumen. Mit Motorsägen, Seilwinden und Kranen sind rund 30 Mitarbeiter des städtischen Gartenbauamts an der Arbeit. Sie schaffen abgebrochene Äste weg und erstellen eine Liste mit den Baumschäden, die der späte Wintereinbruch zur Folge hatte. «Der Aufwand ist riesig», sagt Christoph Bücheler, Leiter des Gartenbauamts. Es handle sich um zig Arbeitsstunden.

Laut Bücheler sind die Schäden zwar überblickbar. Besonders schmerzt ihn aber, dass mehrere stattliche Bäume stark gelitten haben, darunter zwei hundertjährige Rosskastanien auf der Kreuzbleiche. Die eine steht in der Nähe der Reithalle, die andere an der Vonwilstrasse. Dicke, grosse Äste haben der Last des Schnees nicht standgehalten. Sie sind abgebrochen und liegen auf dem Boden.

Nachhaltig geschädigt

Der Verlust so grosser Äste schädige die Bäume nachhaltig, sagt Bücheler. Diese seien nicht mehr in der Lage, die Astausrisse zu verwachsen. Es drohe die Gefahr, dass sie von Pilzen befallen würden. Nun werden die geknickten, toten Äste abgeschnitten. Gefällt werden die beiden Kastanien im Moment nicht. «Ich bin der Meinung, dass wir die Ruhe bewahren, die Schäden beurteilen und die Bäume beobachten müssen.»

Die Rosskastanien haben besonders unter dem späten Schnee gelitten, weil sie schon stark ausgetrieben haben und entsprechend grosse Blätter tragen. «Wenn der schwere Schnee darauf lastet, gibt das ein Riesen­gewicht.» Auch im Kantipark ist eine Kastanie betroffen. Sie ist am späten Donnerstagabend auf die Fahrleitungen der städtischen Verkehrsbetriebe und der Appenzeller Bahnen gestürzt. Nur der nackte Stamm ist stehen geblieben. «Wir mussten ihn sofort fällen», sagt der Leiter des Gartenbauamts. Dasselbe Schicksal ereilte eine Linde am Ufer des Knabenweiers. Ihr wuchtiger Stamm knickte ab, sie fiel um und war nicht mehr zu retten. Auch sie wurde gefällt.

Mammutbaum verliert Riesenast

Ein weiterer imposanter Baum, dem die Schneelast zugesetzt hat, ist der Mammutbaum an der Rosenbergstrasse bei der Autobahneinfahrt Kreuzbleiche. Er verlor einen riesigen Ast. Der 130-jährige Gigant sei dadurch aber nicht nachhaltig geschädigt, sagt Bücheler: «Er wird es überleben.»

Fast unbeschadet haben die Eichen und Ahornbäume im Stadtpark den Wintereinbruch überstanden. Auch auf dem Ostfriedhof seien die Bäume – abgesehen von einer Ulme – glimpflich davongekommen. Je nach Baumart sind unterschiedlich grosse Schäden zu beklagen. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden laut Bücheler jene Bäume, die schon stark ausgetrieben haben und zum Teil in voller Blüte standen: Ross­kastanien, Ahorn und Pappeln. Junge Birken knickten unter der Schneelast besonders schnell um. Dagegen stellten die Mitarbeiter des Gartenbauamts bei Buchen, Eichen und Platanen nur wenige oder keine Schäden fest. «Diese Arten haben noch nicht ausgetrieben und boten dem schweren Schnee keine Auflagefläche», sagt Bücheler.

Er erinnert sich, dass es vor ein paar Jahren schon einmal einen späten Wintereinbruch gegeben hat. Damals seien zwar mehr Äste abgeknickt, dafür seien weniger grosse Baumschäden entstanden. Bis die Bestandsaufnahme der Schäden abgeschlossen ist, dauert es noch ein paar Tage.