Baumfäller und Baumbähnli im Wilerwald

Vergnügtes Kinderjauchzen hallt durch den Wiler Weidliwald. Kindergärtler, Schulklassen, Grosseltern mit Enkeln und Familien flanieren durch die «Wald 11»-Ausstellung.

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Baumfällen für Anfänger: Der Fachmann zeigt, wie der Baum richtig zu fallen hat. (Bilder: Ralph Ribi)

Baumfällen für Anfänger: Der Fachmann zeigt, wie der Baum richtig zu fallen hat. (Bilder: Ralph Ribi)

Vergnügtes Kinderjauchzen hallt durch den Wiler Weidliwald. Kindergärtler, Schulklassen, Grosseltern mit Enkeln und Familien flanieren durch die «Wald 11»-Ausstellung. Auf den insgesamt fünf Kilometer langen Informationswegen machen sie sich an Ständen schlau, bestaunen die ausgestopften Tiere der Jäger, schlagen Nägel in Baumstämme, lösen Waldrätsel, klettern über die Hängebrücke oder in den Fuchsbau hinein und waten barfuss durch Wasser, Schlamm und Schlick.

Sonntäglicher Ansturm

«Wer einmal hier war, kommt bestimmt noch ein zweites Mal vorbei», sagt der «Wald 11»-Tagesverantwortliche und Revierförster Andreas Schneider stolz. Das rege Interesse am Projekt erklärt er sich durch das breite Themenspektrum: «Vom Märchenerzähler bis zum Weg der Ruhe – es ist für Jung und Alt etwas dabei.» Zudem gibt es keine Vorgaben, das heisst: Jeder kann machen, wozu er Lust hat.

Die Begeisterung für den Anlass war so gross, dass die Organisatoren am Sonntag regelrecht überrannt worden sind: «Nach einem gutbesuchten Samstag mit 3000 Besuchern haben am darauffolgenden Tag 6000 Interessierte einen Abstecher in den Weidliwald gemacht», sagt Schneider. Ausser den Wartezeiten von 15 bis 30 Minuten bei den beiden Publikumslieblingen Hängebrücke und Wäldbähnli war der Andrang aber kaum spürbar. «Durch die grossflächige Verteilung der verschiedenen Posten und Attraktionen entstand eine gemütliche Atmosphäre, und es wurde nicht zu eng im Wald.»

Dementsprechend waren die Rückmeldungen der Besucher: «Wir wurden mit Lob überhäuft, und ich habe die strahlenden Gesichter unserer Gäste gesehen», sagt Schneider. Zudem hätten mehrere Besucher, die eigentlich nur einen kurzen Abstecher in den Wald machen wollten, den ganzen Tag dort verbracht.

Gespenstiges Waldfahrzeug

«Es gibt einfach so viel zu entdecken hier, da wundert mich so etwas überhaupt nicht», sagt Schneider. Auch er selbst entdeckt immer wieder Neues. Wie etwa den faszinierenden Einblick in ein Bienenhaus, welcher ein Imker im Wald gewährt. Sein persönliches Herzstück ist und bleibt aber das Waldbähnli: «Wenn dieses Holzkonstrukt lautlos und sanft rund 70 Meter den Wald hinaufgleitet, dann hat das fast etwas Gespenstiges.»

Wenn die Fichte fällt

Der Geruch nach Holz und das Geheul einer Motorsäge kündigen die nächste Attraktion an: Vor den Augen rund 60 Interessierter erläutern Fachmänner das professionelle Fällen einer Fichte. Nach den Erklärungen zur Vorbereitung und zum Vorgehen schreiten sie ans Werk, starten die Motorsäge und legen den Baum um. Dicht neben den Zuschauern kracht er zu Boden – ein eindrückliches Erlebnis.

Dieses Spektakel findet dreimal täglich statt. Deswegen wurde auch schon reklamiert: «Die Leute glauben, dass wir den Wald abholzen», erklärt Andreas Schneider. Was aber nicht der Fall sei, so würde Licht in einen dunklen Waldteil gebracht. Dies führt den Revierförster zu einem weiteren Punkt, den er am Projekt schätzt: «Das vernetzte Denken wird gefördert, Abläufe und Zusammenhänge aufgezeigt», sagt er. Einen gesunden Wald mit Lichtungen gäbe es eben nicht, ohne dass dafür Bäume gefällt werden müssten.

Interessenkonflikte im Wald

Genau mit dieser Thematik setzt sich das letzte Waldsymposium auseinander, welches morgen Freitag um 14 Uhr im Eventzelt stattfindet. Unter dem Titel «Wald im Fadenkreuz» wird in einer Podiumsdiskussion das Spannungsfeld zwischen Wald, Jagd, Natur und Freizeit ausgeleuchtet. Vertreter der verschiedenen Interessengruppen äussern sich über ihre Ansprüche sowie die Chancen und Grenzen des Waldes.

Ebenfalls morgen Freitag und Samstag um 20 Uhr führt die Theatergruppe «Mouche» aus Engelburg das Lustspiel «Alles keis Problem» auf der Freilichttribüne vor. «Mit der schönen Beleuchtung, in der Dämmerung und unter freiem Waldhimmel, wird das ein einmaliges, faszinierendes und unterhaltsames Ereignis», verspricht August Ammann, OK-Präsident von «Wald 11». Tickets für die Vorführungen sind im Informationszentrum oder an der Abendkasse erhältlich. «Wald 11» dauert noch bis 11. September. Bereits über 10 000 Leute haben den Anlass besucht. Somit sind die Erwartungen der Organisatoren bereits übertroffen. Das Gelände ist täglich von 9 bis 17 Uhr zugänglich. Der Eintritt ist frei, für fünf Franken kann aber eine Plakette gekauft werden. Kathrin Reimann

Waldlift wird das Waldbähnli auch genannt – es ist sehr beliebt.

Waldlift wird das Waldbähnli auch genannt – es ist sehr beliebt.

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