Baulärm trübt Vorfreude nicht

GOLDACH. Ein Jahr nach dem Spatenstich nimmt das «La Vita» in Goldach langsam Gestalt an. Die Arbeiten am Anbau sind fast abgeschlossen, bald folgt der Nebentrakt. Eine Zeit, die an Bewohnern und Personal nicht spurlos vorübergeht.

Linda Müntener
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Es geht vorwärts auf der Baustelle: Für 15,5 Millionen Franken wird das «La Vita» in Goldach einer Verjüngungskur unterzogen. (Bild: Urs Bucher)

Es geht vorwärts auf der Baustelle: Für 15,5 Millionen Franken wird das «La Vita» in Goldach einer Verjüngungskur unterzogen. (Bild: Urs Bucher)

Es sind lebhafte Zeiten für das Seniorenzentrum La Vita in Goldach und dessen Bewohner. Seit dem Spatenstich vor gut einem Jahr prägt eine Grossbaustelle das Bild an der Klosterstrasse 22. Die ersten Veränderungen am Gebäude sind bereits sichtbar: Der Anbau am Hochhaus auf der Ostseite ist mittlerweile mit dem bestehenden Gebäude verbunden. «Anfang Juli wird ein Teil der Bewohner diesen beziehen», sagt Heimleiter Martin Domigall. Danach kann mit der Renovation des bestehenden Gebäudes begonnen werden.

Nächster Schritt: Nebentrakt

Für 15,5 Millionen Franken wird der Siebzigerjahre-Komplex einer regelrechten Verjüngungskur unterzogen. Die Elektroinstallationen und Sanitäranlagen werden modernisiert, im Altbau sollen kleinere Zimmer zu grösseren Wohneinheiten zusammengelegt und mit Nasszellen ausgestattet werden. Auch im Anbau entstehen neue, modernere Zimmer. «Die Gipserarbeiten sind bald abgeschlossen, danach werden die Unterlagsböden gemacht», sagt Architekt Willy Faisst. Sobald der Anbau fertiggestellt ist, beginnen die Arbeiten im Nebentrakt. Dieser wird um ein zweites Geschoss aufgestockt. «Geplanter Baubeginn ist im August.»

Ruhezeiten für die Bewohner

Mit dem ersten Jahr der Umbauphase geht für die Bewohnerinnen und Bewohner eine teils schwierige Zeit zu Ende. «Vor allem während der Abbrucharbeiten gab es eine gewisse Lärmbelästigung», räumt Faisst ein. Die Bewohner vor den Emissionen zu schützen, sei schwierig. Einige hätten während der lärmintensiven Phasen ihr Hörgerät ausgeschaltet, sagt Domigall. «Ein gewisses Geräusch hört man dann trotzdem. Und das ist extrem unangenehm.» Da man den Lärm nicht verhindern könne, habe das Team eine andere Lösung gesucht. «Wir haben mit dem Architekten und den Bauarbeitern Ruhezeiten vereinbart.» So herrscht jeden Tag am frühen Morgen, während des Morgenessens, zur Mittagszeit sowie kurz danach ein Verbot für lärmintensive Bauarbeiten. «Bestimmte Firmen haben diese Zeiten leider nicht eingehalten.» In solchen Fällen ist Max Rentsch, Leiter der technischen Dienste, zur Stelle. «Er gibt darauf acht, dass der Betrieb nicht gestört wird», sagt der Heimleiter.

Ohnehin spiele das Personal während der Umbauphase eine wichtige Rolle – und werde vor grosse Herausforderungen gestellt. Denn nicht nur die Bewohner, auch die Mitarbeitenden haben im vergangenen Jahr oft unter dem Lärm gelitten. «Wenn man beispielsweise im Stationszimmer einen Text verfasst, stört der Lärm extrem», sagt Domigall. «Es gab Zeiten, da hat man sein eigenes Wort nicht mehr verstanden.» Dennoch: Den Betrieb während der Bauarbeiten in ein Provisorium zu verlegen, hatten Gemeinderat und Baukommission abgelehnt. «Ein Provisorium hätte mindestens 1,5 Millionen Franken gekostet», sagt Willy Faisst. Geld, das in den Umbau investiert wurde.

Gut im Zeitplan

Trotz aller Unannehmlichkeiten überwiegt beim Personal und den Bewohnern die Vorfreude auf das sanierte Seniorenzentrum. Nach dem Umbau verfügt das «La Vita» nicht mehr über 68, sondern über 73 Zimmer. Geplanter Abschluss der Bauarbeiten ist im Juni 2016. Sowohl Willy Faisst als auch Martin Domigall sind zuversichtlich, dass dieser Termin eingehalten werden kann.