Bauer ledig sucht die Krone

Ist er der schönste Schweizer Landwirt oder doch nicht? Die Gruber jedenfalls glauben an ihn: Daniel Ulmann ist einer der zehn Finalisten für den Titel des schönsten Schweizer Bauern. Die Mister-Heubuuch-Wahl findet heute statt.

Rita Bolt
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Nicht Mister Heubuuch: Der Gruber Daniel Ulmann. (Bild: pd/Bauernkalender)

Nicht Mister Heubuuch: Der Gruber Daniel Ulmann. (Bild: pd/Bauernkalender)

grub SG. «De Dani wird's» schreibt Sarah im Gästebuch unter www.heubuuch.ch. Sie weiss auch warum: In Grub gebe es die «allerschönschte Buure-Büablis». Die frische Luft und die grossen Hügel «mached de Kerli schono sexy». Und was sagt Daniel Ulmann zu diesem Kompliment? «Ich bin zufrieden mit meinem Körper. Aber mit einem Model kann ich mich vermutlich nicht messen», sagt er lachend. Er treibe nicht gross Sport. Körperliche Betätigung hat der angehende Landwirt auf dem Hof während seiner Arbeit.

Der jüngste Finalist

Die Mister-Heubuuch-Wahl hat nichts mit den Bäuchen der Kandidaten zu tun. «Heubuuch» ist Bündner Mundart und bedeutet Landwirt. Für die Heubuuch-Wahl dürfen sich nur Männer bewerben, die mit der Landwirtschaft etwas am Hut haben. Um sich Chancen auf den Sieg auszurechnen, sollte der Kandidat aber doch keinen zu dicken Bauch haben, sollte einen gestählten Body zeigen. Daniel Ulmann rechnet sich Chancen auf den Titel aus. Er ist der jüngste unter den zehn Finalisten – am 5.

Juli konnte er seinen 20. Geburtstag feiern. Und vielleicht gibt's ja heute wieder einen Grund, zu feiern: Die Wahl findet auf der Ranch Farsox in Alvaneu Bad (Graubünden) statt. Gekürt wird der schönste und der originellste Schweizer Bauer. Für welchen Titel rechnet sich der Gruber mehr Chancen aus? «Für den schönsten Bauer», antwortet Ulmann.

Was zeichnet ihn besonders aus? Er sei offen und direkt. Er hoffe, dass ihm seine Nervosität keinen Strich durch die Rechnung machen werde. «Ich mache das ja auch nicht jeden Tag.» Die Finalisten müssen verschiedene Outfits präsentieren. Und vermutlich gebe es noch eine Interview-Runde. Im Detail sei er nicht über den Ablauf informiert. Es seien bewusst keine Angaben gemacht worden, denn der Abend soll speziell und spontan sein, heisst es auf der Homepage des Veranstalters.

Bekannt ist die Jury: Karin Lanz, Schauspielerin und Moderatorin; Pamela Fehrenbach, Redaktorin beim «Schweizer Bauer»; Christian Ranzoso, Moderator und Redaktor «Glanz & Gloria»; Raphael Bühlmann, Mister Heubuuch 2008.

Betrieb übernehmen

Daniel Ulmann ist angehender Landwirt. Vor ihm liegen noch neun Monate Schule, dann hat er es geschafft. Seine Ausbildung macht er auf einem Hof in Wolfhalden. Geplant sei, dass er dereinst den elterlichen Hof in Grub übernehmen werde.

Seine Eltern seien Milchbauern, im Stall stünden etwa 16 Kühe und einige Rindli.

Angemeldet für die Wahl zum Mister Heubuuch habe ihn seine Chefin, er sei dann zu einem Casting eingeladen worden. In der Jury sass unter anderen Ex-Mister-Schweiz und Biobauer Renzo Blumenthal. Nach dem Casting gab's ein Lauftraining in Chur mit den Miss-Südostschweiz-Finalistinnen.

Kollegen mieten Car

Der 20jährige Ulmann ist noch Single. «Bei Bauer ledig sucht» werde er aber trotzdem nicht mitmachen, sagt er und lacht. In der Wahlnacht wird er aber nicht allein sein. Seine Eltern und seine Schwester sowie seine Arbeitgeber werden im Publikum sitzen. Und seine Kollegen werden in einem Car anreisen.

Im 2003 hat die erste Mister- Heubuuch-Wahl stattgefunden. Wie es dazu kam, ist auf der Homepage nachzulesen.

Da steht: «Anlässlich einer Viehschau fragten wir uns, wieso denn immer nur das schönste Vieh und nicht einmal der schönste Bauer prämiert würde.»

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