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Baudirektion geht neue Wege

Der partizipative Planungsprozess zur Aufwertung des Gebietes Bahnhof Nord kann durchgeführt werden. Das Stadtparlament hat gestern den dafür nötigen Kredit gutgeheissen. Gegen den dezidierten Widerstand der SVP.
Reto Voneschen/Daniel Wirth
Beim partizipativen Planungsprozess geht es auch, aber nicht nur um die letzten alten Häuser an der Lagerstrasse. Sie gehören der Stadt. (Bild: Urs Bucher)

Beim partizipativen Planungsprozess geht es auch, aber nicht nur um die letzten alten Häuser an der Lagerstrasse. Sie gehören der Stadt. (Bild: Urs Bucher)

Klare Fronten (alle gegen die SVP) und eine Baudirektorin, die zu Hochform auflief, kennzeichneten die gestrige Parlamentsdebatte über die Aufwertung des Gebietes hinter dem Hauptbahnhof. Entsprechend klar fiel nach der Diskussion das Abstimmungsresultat aus: Die SVP stimmte wie angekündigt geschlossen – bei einer Enthaltung – gegen den Planungskredit von 460 000 Franken. Alle anderen Fraktionen sagten einhellig Ja zum Kredit und zum Planungsprozess, in den alle Betroffenen integriert werden sollen.

Schuss in den Rücken der FHS

Jürg Brunner, Sprecher der SVP-Fraktion, hatte ins Feld geführt, das Gebiet Bahnhof Nord sei nicht der schönste Flecken in der Stadt. Dennoch sei die SVP gegen einen Planungskredit. Das Gebiet müsse für einen nötigen Ausbau der Fachhochschule (FHS) freigehalten werden. Es dürfe kein Brainstorming veranstaltet werden, das ein Schuss in den Rücken der FHS werden könnte, sagte Brunner. Er empfahl dem Stadtrat, vor einer allfälligen Planung für das Gebiet Bahnhof Nord mit dem Bildungsdirektor des Kantons St. Gallen, Stefan Kölliker, Kontakt aufzunehmen. Man könne auch zu viel verwirklichen wollen auf dem Areal, so Brunner: «Wer gleichzeitig viele Hasen jagt, erwischt am Ende keinen.»

Alle Player ins Boot nehmen

Daniel Stauffacher, Sprecher der CVP/EVP/BDP-Fraktion, sagte, der von der Stadt vorgeschlagene Weg sei gut. So könnten alle Player mit ins Boot genommen werden. Auch die Fachhochschule werde in den Prozess einbezogen. Fast die gleichen Worte wie Stauffacher verwendete Roger Dornier, der Präsident der FDP-Fraktion, in seinem Votum. Peter Olibet sagte für die SP/Juso/PFG-Fraktion, die Stadt habe aus Fehlern, die sie früher etwa beim Marktplatz gemacht habe, gelernt. Mit dem vom Stadtrat vorgeschlagenen Verfahren könnten Mehrheiten geschaffen werden. Olibet riet, auch die Rosenbergstrasse in den Perimeter Bahnhof Nord aufzunehmen (siehe Zweittext).

Neue Wege suchen

Ungewohnt resolut und mit Herzblut verteidigte dann Baudirektorin Patrizia Adam die Vorlage des Stadtrates. Mit einem Ja ermögliche man, dass die Stadt «die längst fällige Aufwertung» des Bahnhofs Nord vorantreiben könne. Ein Ja ermögliche aber auch einen neuen, partizipativen Weg in der Planung. Die Zeiten änderten sich, alte Methoden funktionierten nicht mehr. Entsprechend müsse auch die Stadt neue Wege suchen, um zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Der partizipative Planungsprozess fürs Gebiet hinter dem Hauptbahnhof sei so ein neuer Weg.

Die Kritik seitens der SVP, die Stadt plane da dann doch am Kanton und den Bedürfnissen der Fachhochschule vorbei, wies Patrizia Adam vehement zurück. Sie frage sich schon, «für wie blöd» man in diesem Fall die Direktion Bau und Planung halte. Selbstverständlich werde der Kanton als wichtiger Grundeigentümer im Bahnhof Nord in den Planungsprozess einbezogen. Es werde da «keine Planung ins Blaue hinaus veranstaltet». Bezüglich des weiteren Ausbaus der FHS müsse sich erst noch weisen, wann, wie und vor allem wo ausgebaut werde.

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