Bauchefin ist ausgestellt

Patrizia Adam hatte in ihrer ersten Legislatur als städtische Baudirektorin keinen leichten Stand. Zwei städtebauliche Grossvorhaben übernahm sie von ihrer Vorgängerin. Zum Bahnhofplatz sagte das Volk Ja, die Vorlage für einen neuen Marktplatz schickte es 2015 zum zweiten Mal bachab.

Daniel Wirth
Merken
Drucken
Teilen

Patrizia Adam hatte in ihrer ersten Legislatur als städtische Baudirektorin keinen leichten Stand. Zwei städtebauliche Grossvorhaben übernahm sie von ihrer Vorgängerin. Zum Bahnhofplatz sagte das Volk Ja, die Vorlage für einen neuen Marktplatz schickte es 2015 zum zweiten Mal bachab. Adam muss das Marktplatz-Fiasko ausbaden, was sie heute souveräner tut als noch am Abstimmungssonntag, als sie nach der Niederlage trötzelte.

Sie hat soeben einen dritten Anlauf gestartet mit einem partizipativen Verfahren unter Beizug eines externen Experten. Apropos Experten: Solche gibt es bei Bauprojekten en masse. Beispiel 1, Lämmlerbrunnen: Für die einen kunstvolles Symbol für die Geschichte der städtischen Textilindustrie, für die anderen ein Haufen Bronze, der weg muss. Beispiel 2, Bushaltestellen: Für die einen sind die neuen Wartehäuschen an der Kornhausstrasse zu wuchtig, die anderen finden sie chic. Allen recht getan ist eine Kunst, die niemand kann – mit dem muss die Baudirektion leben lernen.

Mit den Arealen Bahnhof Nord und Bahnhof St. Fiden stehen zwei wichtige Projekte für die Stadtentwicklung an. An deren Fortschritt sollte Patrizia Adam in vier Jahren gemessen werden; zumal sie mit Florian Kessler als Leiter des Stadtplanungsamtes und mit Hans Ulrich Rechsteiner als Stadtbaumeister zwei Schlüsselstellen neu besetzen durfte. In den vergangenen vier Jahren brachte Patrizia Adam nahezu alle Bauvorlagen durchs Stadtparlament und auch beim Volk durch. Vor diesem Hintergrund wird die nicht ganz unbestrittene Baudirektorin, die an ihrer Aufgabe noch wachsen kann, wieder gewählt.