Barocke Musik zu Liebesbriefen

rorschacherberg. Im Schloss Wartegg treffen am kommenden Sonntag, 14. März, um 17 Uhr unter dem Titel «du & ich – klipp & unklar» Kostbarkeiten aus dem Zürcher Liebesbriefarchiv auf barocke Musik.

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Sängerin Anne Schmid (Bild: pd)

Sängerin Anne Schmid (Bild: pd)

rorschacherberg. Im Schloss Wartegg treffen am kommenden Sonntag, 14. März, um 17 Uhr unter dem Titel «du & ich – klipp & unklar» Kostbarkeiten aus dem Zürcher Liebesbriefarchiv auf barocke Musik. Vier Musiker und Musikerinnen sowie ein Sprecher durchkreuzen Höhen und Niederungen, Pathos und Banales eines allgewaltigen Zustandes – der Liebe: die Altistin Anne Schmid, der Schauspieler Stefan Suske, die Oboistin Katharina Maria Suske, der Cellist Martin Birnstiel und der Lautenist Jonathan Rubin.

Einem Forschungsgegenstand der besonderen Art widmete sich die Zürcher Germanistin Eva Lia Wyss: dem Liebesbrief. Auf ihren Aufruf hin sandten mehrere hundert Schweizer ihre geheimsten Liebeszeilen ein. Insgesamt umfasst dieses Archiv nun 5000 Briefe. Kostbarkeiten aus diesem Schatz bilden das textliche Fundament für einen musikalisch-literarischen Abend.

Unter liebes-, leides- und sehnsuchtstrunkenen Kantaten von Händel, Scarlatti und Lotti mischt sich unversehens ein verliebter Briefeschreiber unserer Zeit. Monteverdis «Lettera amorosa» oder sein «Lamento d'Arianna» finden aber auch in Shakespeares Sonetten und Heissenbüttels Liebeslyrik ein fieberndes Echo. Als Mozarts «Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte» (KV 520) erwidert ihr Robert Walser: «Der Gute schrieb…».

Die Musiker intervenieren und kommentieren; es entstehen überraschende Spiegelungen und irritierende Überlappungen von Text und Musik, kurz: «tragikomische Liebesfälle mit Briefen und Gesängen» – ein musikalisches Ereignis. (pd)