Barfuss durch die Männerwelten

MUOLEN. Ein halbes Jahr ist sie nun in der Missen-Welt, die Muolerin Patricia Rimle. Die Miss Ostschweiz 2011 mit den Sommersprossen blickt auf eine strenge, aber schöne Zeit zurück. Das Highlight bleibt die Wahlnacht.

Claire Micallef
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Die Miss mit den Sommersprossen: Patricia Rimle will in keine «Miss-Schablone» gedrückt werden. (Bild: Urs Jaudas)

Die Miss mit den Sommersprossen: Patricia Rimle will in keine «Miss-Schablone» gedrückt werden. (Bild: Urs Jaudas)

MUOLEN. «Und dann wird eine mit Sommersprossen gewählt.» Patricia Rimle kann sich ein Lachen nicht verkneifen, als sie an ihre Krönung zur schönsten Ostschweizerin denkt. Dass ihre grosse Nacht schon ein halbes Jahr zurückliegt, fällt der schönen Muolerin schwer zu glauben. «Es ist immer so viel los.» Sie bückt sich, kramt in ihrer Tasche. Eine rote Agenda kommt zum Vorschein, die Seiten geprägt von fett markierten Tagen und Terminen. «Ich hatte fast immer einen Auftrag pro Woche», sagt Patricia Rimle, während sie durch das kleine Büchlein blättert.

Wahlnacht ist Highlight

Trotz der vielen Aufträge und Erfahrungen in der Missen-Welt sei die Wahlnacht das absolute Highlight in ihrem ersten halben Amtsjahr gewesen. «Es war ein einmaliger Moment», schwärmt Patricia Rimle. Sie überlegt einen Augenblick, runzelt die Stirn. «Ich weiss gar nicht, was ich dieses halbe Jahr alles so gemacht habe – es war so viel.» Sie wirft einen Blick in die offene Agenda, blättert ein paar Seiten um, tippt dann mit dem Finger auf einen Tag. «Genau, die <Ladie's Night> der Amag Retail Heerbrugg. Alle Autos wurden damals umparkiert, um in der Garage Platz für ein Casino zu schaffen – ein Riesenerfolg», sagt Patricia Rimle. Die Gewinnerinnen konnten an dieser «Ladies-Night» ihre Preise aus den Händen der Miss Ostschweiz ziehen. Doch Patricia Rimle liess sich nicht nur für Aufträge im Rahmen von Miss Ostschweiz begeistern. «Als das Geschäft Männerwelten – ein Kleiderladen für Männer – in der Shopping-Arena eröffnet wurde, bekamen wir Models Männerkleidung und liefen barfuss über den Laufsteg. Das war mal eine andere Art von Modeschau», sagt Patricia Rimle und lacht.

Miss Schweiz – nein danke

Auch wenn Patricia Rimle sichtlich Spass an ihrem Amt als Miss Ostschweiz hat, bei den Miss-Schweiz-Wahlen mitmachen, das will die schöne Muolerin trotzdem nicht. «Ich konnte schon als Miss Ostschweiz tolle Erfahrungen sammeln und alles in einem kleinen, übersichtlichen Rahmen kennenlernen», sagt sie. Die diesjährige Miss-Schweiz-Wahl hat sie sich trotzdem nicht entgehen lassen. Da sie selber etwas Ähnliches erlebt habe, habe sie diese Krönung der diesjährigen schönsten Schweizerin als etwas Spezielles empfunden, sagt Patricia Rimle. «Ich konnte nachvollziehen, was den Kandidatinnen gerade so durch die Köpfe ging.»

Missen-Welt mit Schattenseiten

Durch ihre Wahl zur schönsten Ostschweizerin habe sich anfangs einiges verändert. «Gleich nach der Wahl wurde ich häufig auf der Strasse angesprochen», erinnert sie sich. Heute seien es vermehrt Blicke, die sie an ihr Amt erinnern. «Manchmal wundere ich mich, warum die Leute mich so ansehen. Dann erst merke ich, dass sie mich als Miss Ostschweiz erkannt haben», sagt sie und zwinkert belustigt mit den Augen.

Doch trotz allem gibt es auch Schattenseiten in der glamourösen Missen-Welt. «Man wird schnell in eine <Miss-Schablone> gedrückt, was ich überhaupt nicht mag.» Sie führe gern Gespräche mit den Leuten und wolle nicht nur als Verzierung betrachtet werden. «Man kann mich schliesslich auch anders gebrauchen», sagt sie. Trotzdem, die positiven Seiten überwiegen für Patricia Rimle. «Es finden auch immer wieder spannende Gespräche statt und ich habe die Möglichkeit, durch mein Amt viele interessante Leute kennenzulernen.»

«Es lohnt sich»

Bis sie ihre Krone weitergeben muss, steht Patricia Rimle nun noch ein weiteres halbes Jahr bevor. «Ich hoffe auf eine gute Nachfolgerin», sagt Patricia Rimle. Sie streicht sich eine Strähne aus dem Gesicht, ihre dunklen Augen wandern in die Ferne. «Ich würde jeder empfehlen, sich für die Miss-Ostschweiz-Wahlen anzumelden, sofern sie Lust auf eine völlige Abwechslung hat sowie ein gutes Umfeld, das ihr den Rücken stärkt. Zu Beginn erfordert es zwar etwas Mut, aber es lohnt sich.» Selber habe sie noch keine grossen Erwartungen von ihrem nächsten halben Amtsjahr, sagt die schönste Ostschweizerin. Dann lacht sie fröhlich und meint: «Ein cooles Wintershooting im Tiefschnee wäre schon toll.»

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