Ballon landet mitten im Dorf

Wie eine Notlandung sah es aus, als neulich mitten im Unteregger Quartier ein Heissluftballon gelandet ist. «Alles verlief normal», beruhigt der Pilot des mit 8000 Kubikmeter Luft gefüllten Heissluftballons.

Jolanda Riedener
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Ein Heissluftballon ist nach dem Start in Kriessern beinahe in einem Garten in Untereggen gelandet. (Bild: Hansjörg Huber)

Ein Heissluftballon ist nach dem Start in Kriessern beinahe in einem Garten in Untereggen gelandet. (Bild: Hansjörg Huber)

UNTEREGGEN. Die Bewohner des Einfamilienhausquartiers im Mittlerhof in Untereggen staunten nicht schlecht, als am Samstagvormittag um 9.30 Uhr ein Heissluftballon direkt vor ihrer Haustüre an der Wandstrasse zur Landung ansetzte. Der Pilot des Heissluftballons, Arthur Müggler, ist mit sechs Passagieren am Samstagmorgen in Kriessern gestartet und nach circa einer Stunde und 40 Minuten im Mittlerhof in Untereggen gelandet.

«Ballonfahren ist Gefühlssache»

Was für die Anwohner wie eine Notlandung ausgesehen hatte, entspreche dem üblichen Landeverfahren. Nachdem der Korb knapp über dem Boden war, hat Müggler den Ballon erneut steigen lassen, um ihn in die geeignete Position zu bringen. «Heissluftballonfahren ist eine Gefühls- und Erfahrungssache», sagt Müggler, der sich seit 20 Jahren als Ballonpilot in die Lüfte erhebt: «Steuern kann man den Ballon nur bedingt. Mit der erhitzten Luft erreicht der Ballon die entsprechende Höhe und trifft auf unterschiedliche Windrichtungen.» Laut Müggler, der für die Firma Sky Fun Ballon AG in St. Margrethen als Ballonpilot tätig ist, unterscheidet sich die Windstärke und Richtung nach Höhenlage. Am Samstag gab es relativ wenig Wind. «Die Landung ging deshalb sehr langsam voran. Mit einem Meter pro Sekunde haben wir uns dem Boden genähert», sagt Müggler. Seinen Landeplatz könne man sich nur bedingt aussuchen: Für das Einpacken des Heissluftballons sei es natürlich idealer, wenn man eine grosse Wiese mit viel Platz zur Verfügung habe. Andererseits muss der anderthalb Tonnen schwere Heissluftballon auch aufgeladen und mit dem Auto wegtransportiert werden, was bei einer Landung mitten im Acker erschwert werde.

Kaum Möglichkeiten, zu lenken

Das mitgeführte Propangas reicht für etwa zweieinhalb Stunden. Der Pilot beginnt bereits nach 90 Minuten Fahrt, nach einem geeigneten Landeplatz Ausschau zu halten. Bei der Landung in Untereggen hatte der Pilot noch Gasreserven für etwa eine Stunde bei sich. Vor allem bei Stromleitungen, hohen Bäumen oder Kränen sei besondere Vorsicht geboten. Wie Walter Vogel, Präsident des Schweizerischen Ballonverbands, sagt, dürfen Ballons aufgrund ihrer beschränkten Lenkungsmöglichkeit generell überall landen. Für Schäden müssen die Piloten aber selbst aufkommen.