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Ballett der dicken Damen

Im Zirkus sind Elefanten-Nummern immer ein Höhepunkt. Am Wochenende waren auf der Rosenbergstrasse ganz andere, aber ähnlich faszinierende Schwergewichte am Werk.
Die Asphaltfertiger, die den neuen Strassenbelag aufbringen, arbeiten zusammen mit den Walzen. Damit das Zusammenspiel der tonnenschweren Fahrzeuge unter ständigem Zeitdruck reibungslos klappt, braucht es Fahrer mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. (Bilder: Reto Voneschen)

Die Asphaltfertiger, die den neuen Strassenbelag aufbringen, arbeiten zusammen mit den Walzen. Damit das Zusammenspiel der tonnenschweren Fahrzeuge unter ständigem Zeitdruck reibungslos klappt, braucht es Fahrer mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. (Bilder: Reto Voneschen)

26 Tonnen bringt sie auf die Waage. Die Principessa. Steuern lässt sich der Asphaltfertiger mit dem poetischen Namen dank Elektronik äusserst präzise. Die weisse Diva und zwei ihrer Kolleginnen waren am Wochenende auf der Rosenbergstrasse im Einsatz. Unterstützt wurden diese «Teermaschinen», wie sie der Volksmund fälschlicherweise nennt, von einem Quintett Strassenwalzen. Gewicht: zehn Tonnen.

460 Tonnen Asphalt

Der Fahrplan für die schweren Maschinen und drei Dutzend Strassenbauer, Baumaschinen- und Lastwagenchauffeure sowie Maler (für die Strassenmarkierungen) war klar: Von der Villa Wiesental bis zur Fachhochschule (FHS) muss von Samstagmittag bis Sonntagabend der neue Deckbelag eingebaut werden. Dafür waren 460 Tonnen Asphalt nötig. Für jene, die es genau wissen wollen: «Rauhasphalt MRL 11», der von Spezial-Lastwagen mit einer Temperatur von bis zu 160 Grad Celsius herangekarrt wurde. Um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen, mussten die Arbeiten in zwei Etappen ausgeführt werden. Dies, damit das Bahnhof-Parkhaus unter der FHS jederzeit erreichbar blieb: am Samstag vom Blumenbergplatz, am Sonntag von der Kreuzbleiche her.

Hauptachse zwei Tage gesperrt

Zwar ist eine Strassenbaustelle in diesen Sommertagen in St. Gallen nichts Aussergewöhnliches. Überall werden Löcher gegraben, Werkleitungen saniert oder Rohre für die Fernwärme und Glasfaserkabel im Untergrund versenkt. Wenn aber die wichtigste innerstädtische Strasse zwischen dem Osten und dem Westen, ein Nadelöhr, auf dem werktags durchschnittlich 14 900 Fahrzeuge unterwegs sind, für ein Wochenende gekappt werden muss, macht das sogar die Profis vom städtischen Tiefbauamt etwas nervös.

Natürlich habe man die Sperrung bewusst in die Sommerferien und auch noch auf ein Wochenende, also in eine verkehrsmässig doppelt ruhige Zeit, verlegt, sagte Strasseninspektor Gerald Hutter am Samstag vor Ort. Und natürlich hat alles geklappt. Seit heute früh, 4 Uhr, rollt die Blechlawine über den neuen Asphalt der Rosenbergstrasse. Die Bauarbeiten wurden im Fahrplan abgewickelt. Und es kam durch die Strassensperrung auch zu keinem Verkehrschaos. Einige Autofahrer mussten höchstens einen Umweg in Kauf nehmen.

Die Diva zickte nur kurz

Wobei am Sonntagmittag, wenige Meter vor der Ziellinie, bei den Verantwortlichen der Baufirma doch noch kurzzeitig Hektik aufgekommen war: Der modernste der drei Asphaltfertiger, die Principessa, blieb plötzlich stehen und tat keinen Wank mehr. Die Diva unter den im Einsatz stehenden Schwergewichten hatte sich – im wahrsten Sinne des Wortes – verschluckt: Es war vermutlich ein Steinchen, das den Partikelfilter des Dieselmotors verstopfte. Was rasch behoben war, nachdem man es gemerkt hatte. (vre)

Auch rund um den Asphaltfertiger ist ein eingespieltes Team am Werk.

Auch rund um den Asphaltfertiger ist ein eingespieltes Team am Werk.

Ein Walzen-Trio vor der neuen Fachhochschule.

Ein Walzen-Trio vor der neuen Fachhochschule.

Heisser Asphalt, transportiert nach alter Väter Sitte.

Heisser Asphalt, transportiert nach alter Väter Sitte.

Trotz Technik bleibt genügend schweisstreibende Handarbeit.

Trotz Technik bleibt genügend schweisstreibende Handarbeit.

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