Bald ohne Prüfung an die Kanti?

ST. GALLEN. Vielleicht gibt es an den Kantonsschulen des Kantons St. Gallen bald keine Aufnahmeprüfungen mehr und die Sekundarlehrer entscheiden, wer an die Kanti darf und wer nicht.

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ST. GALLEN. Vielleicht gibt es an den Kantonsschulen des Kantons St. Gallen bald keine Aufnahmeprüfungen mehr und die Sekundarlehrer entscheiden, wer an die Kanti darf und wer nicht.

Erziehungsrat prüft Prozedere

Der Erziehungsrat setzte vor einem Jahr eine Projektgruppe ein, die er mit der Prüfung des Aufnahmeverfahrens an den Mittelschulen beauftragte. Jedes Jahr während der Aufnahmeprüfungen muss der Mittelschulbetrieb stark eingeschränkt werden. Zudem bestehen fünf bis zehn Prozent derjenigen, die die Kantonsschule beginnen, die Probezeit nicht.

Hier sieht der Erziehungsrat Verbesserungspotenzial.

Die Projektgruppe legte einen Vorschlag zu einem neuen Aufnahmeverfahren vor, woraufhin er im März ein Vernehmlassungsverfahren beschloss. Dieses endet am 20. August. Der Erziehungsrat will im Herbst über das Dossier befinden.

Mehr Verantwortung für Lehrer

Im Moment läuft das Aufnahmeprozedere folgendermassen ab: Die Schüler, die an die Mittelschule wollen, können in der zweiten oder dritten Sekundarklasse eine Aufnahmeprüfung machen.

Wenn das Resultat knapp ungenügend ist, wird eine Einschätzung des Lehrers beigezogen, die dann über die Aufnahme an die Mittelschule entscheidet. Im Vorschlag der Projektgruppe wäre es genau umgekehrt. Der Einschätzung der Lehrer würde Vorrang gegeben. Sie könnten die Schüler direkt an die Mittelschule zuweisen.

Christoph Mattle, Leiter des kantonalen Amts für Mittelschulen, spricht sich eher für die Abschaffung der Prüfung aus: «Denn durch die <Protestaufnahmeprüfung>

für nicht berücksichtigte Schüler können die Entscheidungen der Lehrer gut kontrolliert werden. Zudem wird der Aufwand der Kantonsschulen stark reduziert.» (pf)

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