Bald gleiten die Steine wieder

Ende Oktober wird die neue Curlinghalle im Lerchenfeld eröffnet. Im Moment läuft der Innenausbau. Das Grundwasser unter dem Gebäude stellte die Verantwortlichen einige Male vor Herausforderungen.

Michel Burtscher
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Die neue Curlinghalle im Lerchenfeld ist 1000 Quadratmeter gross. Bis der Bau fertig ist, geht es noch drei Monate. (Bild: Urs Jaudas)

Die neue Curlinghalle im Lerchenfeld ist 1000 Quadratmeter gross. Bis der Bau fertig ist, geht es noch drei Monate. (Bild: Urs Jaudas)

Im Moment sind die Bauarbeiten an der neuen Curlinghalle im Lerchenfeld noch in vollem Gang. In drei Monaten werden sie nach etwas mehr als einem Jahr abgeschlossen sein. Also ziemlich genau zum Beginn der Curlingsaison. «Damit liegen wir im Zeitplan», sagt denn auch Projektleiter und Architekt Paul Battilana. Momentan sind die Arbeiter mit dem Innenausbau beschäftigt. «Die entscheidende Phase», sagt Battilana.

Zwei Rinks mehr als vorher

Das Herzstück des Baus ist die Eishalle. Sie hat eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern und eine Höhe von etwa 5,5 Metern. Darauf werden fünf Rinks, also fünf Curlingbahnen, entstehen. Das sind zwei Bahnen mehr als vorher. In der Halle wurde erst kürzlich das Kühlsystem verlegt. Noch sieht man es: Viele kleine Rohre, verteilt über die ganze Fläche der Halle. Damit wird künftig das Eis gekühlt. Bald wird die Konstruktion unter einer Betonschicht verschwinden. Der ganze Bodenaufbau wird dann etwa 60 Zentimeter dick sein: Unter dem Kühlsystem hat es eine Schicht Beton, dann eine Heizung und dann wieder Beton. Eine Heizung in der Eishalle? «Ja», sagt Battilana, «diese braucht es, damit das Grundwasser nicht gefriert.» Darin schwimme nämlich das ganze Gebäude. Darum könnte es vorkommen, dass wenn in der Halle über mehrere Monate gekühlt werde, die Kälte bis auf den Grund durchdringe und dann das Wasser gefriere. Und das darf nicht passieren. Darum schaltet sich die Heizung ein, wenn zu tiefe Temperaturen gemessen werden. Es ist nicht das erste Mal, dass das Grundwasser beim Bau speziell berücksichtigt werden musste. Ganz am Anfang mussten Pfähle 15 Meter in den Boden getrieben werden, um den ganzen Bau zu «verankern».

180 Spieler und 150 Anlässe

Im Neubau wird es auch ein Restaurant geben, in dem rund 100 Personen Platz haben. Von dort wird man direkt auf die Rinks in der Halle sehen und sich die Spiele anschauen können. Fünf Tische sind für die Curler reserviert. Einer davon ist Urs Weishaupt, langjähriger Kommunikationschef der Stadt St. Gallen. Er freut sich auf die neue Halle. «Wir Curler werden uns aber erst an sie gewöhnen müssen», sagt er. Die ganze Halle sei grösser, und die Lichtverhältnisse seien anders. Insgesamt vier Vereine mit rund 180 Mitgliedern spielen in der Halle. Hinzu kommen etwa 150 Fremdvermietungen pro Saison. Das zeige, dass Bedarf für eine moderne Curlinginfrastruktur vorhanden sei, meint Curler Weishaupt.

Durchgehend rollstuhlgängig

Der ganze Bau kostet 5,6 Millionen Franken. Der Curlingverein zahlt eine Million Franken, die Stadt hat einen einmaligen Baubeitrag von 400 000 Franken beigesteuert und ein langfristiges Darlehen von 4,2 Millionen Franken. Die Halle sei nicht rollstuhlgängig geplant worden, darum müssten jetzt nachträglich einige Änderungen gemacht werden, hiess es kürzlich in einer Medienmitteilung des Curling-centers. Das stimme nicht, es habe intern ein Missverständnis gegeben, sagt Paul Battilana. «Der ganze Bau ist durchgehend rollstuhlgängig», versichert er. Es habe weder Schwellen noch andere Hindernisse. Das habe man von Anfang an in der Planung so berücksichtigt. «Sonst wäre der Bau gar nicht erst bewilligt worden», sagt er.

Grosse Eröffnungsfeier

Bis die Eröffnung gefeiert werden kann, gibt es noch einiges zu tun: «Die Gipserarbeiten müssen fertiggestellt, die Küche und Sanitäranlagen eingebaut, die Wände gemalt und am Schluss muss auch noch alles möbliert werden», sagt Battilana. Zudem muss auch die Aussenfassade noch fertiggestellt werden.

Am Wochenende vom 31. Oktober bis zum 2. November findet dann das grosse Eröffnungsfest statt mit Gästen von Stadt, Kanton und Gemeinden sowie einem Festprogramm. Eine Woche später ist das Eröffnungsturnier.

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