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BAHNLINIE: Noch ein weiter Weg zu Rorschachs Unterführungen

Die Region drängt auf eine Unterführung für Velos und Fussgänger beim Stadtbahnhof Rorschach. Tunnels für motorisierten Verkehr haben beim Bund bereits oberste Priorität, sind aber noch nicht baureif.
Fritz Bichsel
Zu Doppelspur, Bahnhof, Tunnel und Radweg an der Bahnlinie kommt eine Unterführung für Velos beim Stadtbahnhof hinzu. (Bild: Rebecca Frei)

Zu Doppelspur, Bahnhof, Tunnel und Radweg an der Bahnlinie kommt eine Unterführung für Velos beim Stadtbahnhof hinzu. (Bild: Rebecca Frei)

«Rorschach, Gleisquerung Stadtbahnhof» heisst das Vorhaben im Programm zur Förderung von Agglomerationen durch den Bund – im Abschnitt «Fuss- und Veloverkehr». Diese Unterführung soll den geplanten Radweg südlich der Bahn von Goldach zur heutigen Haltestelle Rorschach-Stadt weiterführen: zur Nordseite der Bahnlinie, Richtung Stadtzentrum und See. Der Plan entstand nach Diskussionen vor dreieinhalb Jahren über einen Tunnel für Autos, Busse und Lastwagen unter dem durch Ausbau der Haltestelle entstehenden Stadtbahnhof hindurch. Bürger wünschten eine Verbindung ohne Barrieren auch für Velos. Der Stadtrat plant deshalb eine zweite Unterführung. Das sei günstiger als ein Ausbau des Tunnels auch für Velos und Fussgänger, erklärt Stadtpräsident Thomas Müller.

Die zuständige Region Appenzell AR–St. Gallen–Bodensee nahm das Vorhaben für geschätzte 4,5 Millionen Franken ins dritte Aggloprogramm für Bundesbeiträge auf. Sie beantragte Priorität A für Bau von 2019 bis 2022. Der Bund nahm es auf, aber nur mit Priorität B für später. Die Region fordert nun in der Vernehmlassung erneut Priorität A.

So könnte diese – erst skizzierte – Unterführung in den Bau von Doppelspur und Stadtbahnhof einbezogen werden. Das würde Umtriebe und Kosten reduzieren, sagt der Stadtpräsident. Der Bau wäre aber auch nachträglich möglich. An Bahn- und Bushof und Tunnel für motorisierten Verkehr sicherte der Bund bereits früher Beiträge zu, in Priorität A. Weil ein Rechtsstreit den Bau verzögert, könnte die später eingereichte Langsamverkehr-Unterführung gleichzeitig entstehen. Die SBB planten den Ausbau der Bahnanlagen in Rorschach als Teil der Verbindung zum europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz (HGV). Bereits gegen dieses Projekt von 2008 mit Doppelspur bis westlich der Haltestelle Stadt gab es Einsprachen und eine Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Dieses wies sie 2009 weitgehend ab. Weil vom HGV-Kredit Geld übrig blieb, legten die SBB ein erst später vorgesehenes Projekt überraschend schon 2014 vor: für den Ausbau der Haltestelle und der Doppelspur weiter ostwärts bis zur Mariabergstrasse. Eine Anstösserin, vor deren Büro- und Wohnhaus die längere Doppelspur verlaufen würde, reichte auch dagegen Beschwerde ein. Sie fordert, dort auf Doppelspur zu verzichten oder Nachteile für ihre Liegenschaft – besonders wegen Lärm und Erschütterungen von mehr und schnelleren Zügen – durch Lärmschutzbauten und Entschädigung zu kompensieren.

Baubeginn 2018 oder erneut länger warten

Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde vor einem Jahr fast vollständig ab. Seither liegt sie beim Bundesgericht. Dieses wird endgültig entscheiden. Wegen des Streits verschoben die SBB den Baubeginn mehrmals, zuletzt auf Herbst 2018. Weil nicht bekannt ist, wann das Bundesgericht urteilt, wird weitere Verzögerung denkbar. Die Stadt hatte den Bürgern Anfang 2016 im Schnellverfahren – aufgrund von Kostenschätzungen – Kredite für ihre Anteile an Bahnhof, Bushof und Unterführung (Tunnel zur Kirchstrasse) vorgelegt, damit sie gleichzeitig mit den SBB und damit günstiger bauen könnte. Wegen des Rechtsstreits um die Doppelspur sind aber auch diese Vorhaben blockiert. Nach Auskunft von Thomas Müller nutzt die Stadt die Zeit für die Weiterbearbeitung der Projekte sowie die genauere Berechnung von Kosten und Finanzierung.

Westwärts soll in Rorschach eine weitere Strasse unter der Bahn hindurch geführt werden: die Industriestrasse in einem langen Tunnel von der Grenze mit Goldach bis zur Löwenstrasse. Das ist Teil des projektierten Zugangs zur Autobahn über einen Anschluss Witen in Goldach. Dieses Vorhaben ist jetzt im Aggloprogramm des Bundes mit Priorität A vorgesehen, für den Bau von 2019 bis 2022.

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