Bäume nur, wo sie gedeihen

ST.GALLEN. Was bringt die Neugestaltung des Marktplatzes der Natur?, will Thomas Schwager von den Grünen wissen. Die vorläufige Baum-«Bilanz» des Stadtrats zeigt: Es werden ein paar weniger sein.

Drucken
Marktplatz mit Rondelle im Hintergrund: Hier soll es künftig mindestens so üppig spriessen. (Bild: Andreas Nagel)

Marktplatz mit Rondelle im Hintergrund: Hier soll es künftig mindestens so üppig spriessen. (Bild: Andreas Nagel)

Anfang Jahr lud der Naturschutzverein der Stadt St. Gallen (NVS) zu einer Podiumsdiskussion über die Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt ein. Im Zentrum standen Fragen des Naturschutzes. Konkret: «Findet Natur Stadt?»

Die gutbesuchte Veranstaltung mündete kurz darauf in eine Einfache Anfrage von Thomas Schwager (Grüne). Offenbar waren die Antworten von Stadtbaumeister Erol Doguoglu damals zu vage für den Stadtparlamentarier. Er wollte es genauer wissen und hakte nach.

In der Zwischenzeit ist die Bauvorlage spruchreif und soll laut Stadtrat noch diesen Monat zuhanden des Parlaments verabschiedet werden. Im Rahmen der Projektierung wurden auch mit dem NVS Gespräche geführt. Es ging dabei insbesondere um neue Baumpflanzungen.

Allerdings fällt die vorläufige Baum-«Bilanz» im Bereich Marktplatz und Oberer Graben negativ aus, wie der Stadtrat in seiner Antwort auf den Vorstoss festhält. Es würden einige Bäume weniger gepflanzt als heute noch bestehen.

Ausgleich über Poststrasse

Einen gewissen Ausgleich soll aber die Poststrasse liefern, wo gegenüber dem Istzustand «wesentlich mehr Bäume» gesetzt werden sollen. An der Poststrasse könnten aufgrund der weniger dichten Nutzung auch «bessere Standortbedingungen» geschaffen werden, heisst es aus dem Rathaus. Besagtes Projekt wird ebenfalls im Sommer dem Stadtparlament unterbreitet.

Blumenmarkt bleibt baumfrei

Auf die «Standortbedingungen» stützt der Stadtrat auch bei seiner weiteren Argumentation ab. «Es macht keinen Sinn, Bäume ohne echte Überlebenschancen an falschen Standorten vorzusehen.» Bei der geplanten Einfahrt in die Tiefgarage auf dem Oberen Graben müssten einzelne Bäume gefällt werden. Diese seien gesundheitlich aber ohnehin «gefährdet» und würden teilweise ersetzt. Auf dem Bohl und Blumenmarkt gibt es heute keine Bäume, und es sind auch künftig keine vorgesehen.

Als «offene, vielseitig nutzbare Freiflächen und städtische Räume» sollen sie baumfrei bleiben. Das höchste der Gefühle dort sind mobile Pflanzelemente.

Neue Baumgruppen vorgesehen sind im Bereich Marktplatz und beim Vadian. Im Rahmen der Neugestaltung würden also in jenen Platzbereichen Bäume gepflanzt, wo bisher schon solche standen, fasst der Stadtrat zusammen.

Ganz generell solle die Platzgestaltung ein «Gegengewicht zur Zersiedelung auf der grünen Wiese» und «zu einer weiter ausufernden Mobilität» bilden. (an.)