Bächtiger und seine Spuren

Augustin Meinrad Bächtiger zählt zu den wichtigsten Ostschweizer Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine Spuren sind nicht nur an der Arte Notturna zu sehen.

Drucken
Teilen
Augustin Meinrad Bächtiger (Bild: pd)

Augustin Meinrad Bächtiger (Bild: pd)

GOSSAU. Morgen Sonntag jährt sich zum 125. Mal der Geburtstag des Schweizer Kunstmalers, Kirchenmalers und Grafikers Augustin Meinrad Bächtiger, wie dessen Nachlassverwalterin Beata Ebnöther in einer Mitteilung schreibt. Der Künstler habe seit seiner Ankunft in Gossau im Jahr 1923 Spuren hinterlassen, die auch heute noch zu sehen sind: das Deckengemälde in der Pfarrkirche St. Andreas, Wandbilder an Hausfassaden oder die 18 Glasfenster, die bis vor wenigen Jahren den Gerichtssaal des Amtshauses zierten. Bächtiger gehöre somit zu jenen Gossauern, die im 20. Jahrhundert «das kulturelle Leben im Dorf nachhaltig mitgeprägt» hätten.

Das halbe Leben in Gossau

In Bächtigers Lebensjahre in Gossau sei die entscheidende Phase seines künstlerischen Wirkens, dessen Radius weit über Gossau und die Region hinaus gereicht habe, gefallen: Bächtiger gehöre zu den bekanntesten Ostschweizer Kunstmalern des 20. Jahrhunderts und er nehme unter den Schweizer Kirchenmalern der Zwischenkriegszeit eine bedeutende Stellung ein, schreibt Ebnöther. Er verbrachte mehr als die Hälfte seines Lebens in Gossau. Hier lernte er seine Ehefrau Christine kennen und baute ein Wohn- und Atelierhaus auf dem Sonnenbühl.

Von Ölgemälde bis Karikatur

Augustin Meinrad Bächtiger wurde am 12. Mai 1888 als Lehrerssohn in Mörschwil geboren und wuchs in Oberbüren auf. Von 1903 bis 1905 besuchte er die Gewerbeschule in St. Gallen. Anschliessend liess er sich in München zum Kunstmaler ausbilden. Nach Abschluss seines Studiums kehrte Bächtiger 1916 in die Schweiz zurück. Hier lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod am 4. Mai 1971 in Gossau.

Das künstlerische Schaffen von Bächtiger erstreckte sich insgesamt über einen Zeitraum von 60 Jahren. Sein Werk als Kunstmaler, Kirchenmaler und Grafiker präsentiere sich als vielfältig und umfangreich, schreibt Beata Ebnöther. Das Spektrum seines Kunstschaffens reicht vom Ölgemälde bis zur Karikatur, vom Altarbild bis zur Kirchenfahne und vom Plakat bis zur Buchillustration.

Ausstellung an Arte Notturna

Seine ersten Erfolge konnte Augustin Meinrad Bächtiger mit Plakaten und Postkarten verzeichnen: 1912 erhielt er den ersten Preis für sein Plakat zum Eidgenössischen Sängerfest in Neuenburg, und 1913 gewann er den ersten Preis für seinen Entwurf der offiziellen Bundesfeier-Postkarte. Im Ersten Weltkrieg machte er sich mit Schweizer Kriegsgrafik einen Namen. Von 1915 bis 1923 illustrierte er die St. Galler Schulbücher. Als 29-Jähriger wurde er ins «Schweizerische Künstler-Lexikon» aufgenommen und war somit als Kunstschaffender etabliert. In den 1920er- und 1930er-Jahren war Bächtiger einer der meistbeschäftigten Kirchenmaler der Deutschschweiz.

Am 24. August werden im Rahmen der Kulturnacht Arte Notturna um 19.30 Uhr im Andreaszentrum vier Gemäldegalerien Bächtigers gezeigt. (pd/jw)