Badis schaffen Sprung ins Plus

REGION AM SEE. Der Sommer liess dieses Jahr auf sich warten, an Baden war im Mai und Juni nicht zu denken. Im Juli dann wurde's heiss, Gross und Klein stürmten die Freibäder. Pächter und Bademeister blicken kurz vor Saisonende zufrieden zurück.

Janique Weder
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Kühne Sprünge gibt's vorerst keine mehr: Am Wochenende gehen die Freibäder in die Winterpause. (Archivbild: Urs Jaudas)

Kühne Sprünge gibt's vorerst keine mehr: Am Wochenende gehen die Freibäder in die Winterpause. (Archivbild: Urs Jaudas)

«War doch ein guter Sommer», antwortet Urs Grob auf die Frage, wie die Saison beim Rorschacher Bootsbetrieb gelaufen sei. Die Antwort ist kurz und knapp – als gäbe es nichts Offensichtlicheres.

Doch erinnern wir uns ein paar Monate zurück. Der Wonnemonat Mai ist nass. Verbreitet werden 200 Prozent der normalen Niederschlagsmenge gemessen. Vom Sommer keine Spur. In der Folge verzeichnen Gemüsebauern ertragsarme Ernten, Freibäder kaum Eintritte. Wenig Besserung verspricht auch der Juni. In der Region vom Walensee bis zum Bodensee fällt deutlich mehr Regen als normal. Dann, im Juli, kommt er endlich, der langersehnte Sommer. Spät, dafür umso heftiger. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz registriert den siebentwärmsten Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864.

«Ein katastrophaler Start»

So zögerlich wie der Sommeranfang verhielt sich dieses Jahr auch das Badevolk. Badhüttenleiter René Schaufelberger aus Rorschach spricht von einem «katastrophalen Start». Und selbst als es anfangs Juli schöner geworden sei, hätte er kaum Eintritte verkauft. «Es war, als ob die Leute dem Wetter nicht getraut hätten.» Die Wende kam Mitte Juli. Ab dann habe die Badhütte einen «bombastischen» Sommer erlebt.

Vor einigen Tagen hat René Schaufelberger Bilanz gezogen. Er blickt trotz miesen Beginns auf eine erfolgreiche Saison zurück: «Die Monate Juli und August sowie die erste Septemberwoche konnten das anfängliche Tief ausgleichen.» Abstriche muss der Badhüttenleiter bei den Abonnements hinnehmen. 109 Abo-Eintritte habe er diese Saison verkauft. 36 Eintritte weniger als im Vorjahr. Umso beliebter seien dafür die Knipskarten à 15 Eintritte gewesen. «Mitte Juli will halt niemand mehr ein Abo kaufen», sagt René Schaufelberger.

Aussergewöhnlich sei dieses Jahr die hohe Anzahl neuer Gäste gewesen. Woran das wohl liegt? Schaufelberger ist sich nicht sicher, vermutet aber, dass es etwas mit dem Würth-Neubau zu tun hat.

Strandbad top, Jugi flop

«Extrem» war der Sommer für Volkmar Hardegen, den neuen Pächter des Strandbads und der Jugendherberge. Das persönliche Fazit zu seinem ersten Sommer in Rorschach: «Es war sehr streng.» Die Mühe scheint sich aber gelohnt zu haben, Volkmar Hardegen spricht von einem «überdurchschnittlichen Sommer». Das schöne Wetter habe gleichzeitig mit den Ferien eingesetzt, weshalb das Strandbad von da an auf Hochbetrieb gelaufen sei. Doch auch Volkmar Hardegen gibt zu: «Vorher war gar nichts los.»

Weniger rosig sieht es hingegen für die Jugendherberge aus. «Wir hatten wegen des schlechten Wetters viele Absagen.» Selbst ein perfekter Hochsommer könne da nichts mehr richten, fügt der Pächter an.

1000 Gäste jeden Tag

Im Goldacher Freibad Seegarten zeigt man sich ebenfalls zufrieden. Mit durchschnittlich 1000 Gästen pro Tag schneide man «unterm Strich besser als 2012» ab, sagt Bademeister Boris Schneider.

Am Samstag schliesst die Goldacher Badi ihre Türen. Einen Tag später folgen ihr die Badhütte und das Strandbad in Rorschach. Ab dann geht es wieder los, das lange Warten auf warme Temperaturen – und die kühle Erfrischung in der Badi.