BADESAISON: Pfaden, um zu baden

Seit knapp einer Woche hat das Schwimmbad in Gossau geöffnet. Am ersten Tag musste Badmeister Daniel Seitz erst mal den Schnee aus dem Weg räumen.

Perrine Woodtli
Drucken
Teilen
Das Schwimmbad Gossau war am Eröffnungstag am Samstag komplett eingeschneit. Heute ist der Schnee zwar weg, doch die Badegäste blieben bislang aus. «Fürs Baden ist es schlicht noch zu kalt», sagt Badmeister Daniel Seitz. (Bild: PD)

Das Schwimmbad Gossau war am Eröffnungstag am Samstag komplett eingeschneit. Heute ist der Schnee zwar weg, doch die Badegäste blieben bislang aus. «Fürs Baden ist es schlicht noch zu kalt», sagt Badmeister Daniel Seitz. (Bild: PD)

Perrine Woodtli

perrine.woodtli

@tagblatt.ch

Daniel Seitz ist seit über 30 Jahren Badmeister. Aber so etwas hat er noch nie erlebt. Am vergangenen Samstag nahm das Freibad Gossau seinen Betrieb auf – einen Tag nachdem die Region zugeschneit war. Auch am Samstag lag noch Schnee im Schwimmbad. «Ich habe noch nie erlebt, dass es bei einer Eröffnung dermassen viel Schnee hatte», sagt Seitz, Leitender Badmeister des Hallen- und Freibades Gossau. «Ich musste sogar einen Weg von der Garderobe zum Schwimmbecken pfaden.» Trotz des Schnees und den doch eher milden Temperaturen seien ein paar Leute erschienen. «Die meisten kamen aber nur wegen ihrer Saisonkabinen und den Liegestuhlfächern, die sie in der Saison benutzen», sagt Seitz. «Am ersten Tag in die Badi zu gehen hat für einige Tradition.» Gebadet wurde am Samstag aber noch nicht fleissig. Mit einer Ausnahme: Ein Badegast wagte sich ins zehn Grad kalte Wasser. «Das ist aber schon etwas für Hartgesottene und nichts für Warmduscher.»

Es habe auch Leute gegeben, die einfach ein Foto von den von Schnee umrandeten Schwimmbecken gemacht hatten. Auch der Badegast wollte auf ein Foto von sich im Wasser nicht verzichten. «Früher, als es noch kein Facebook oder Whatsapp gab, war man noch ein einsamer Held, wenn man in diesen Temperaturen badete», sagt Seitz. Heute können die Leute alles mit anderen teilen und zeigen. Möglicherweise sei dies ein zusätzlicher Ansporn für solche Aktionen.

Auch ohne Gäste genug zu tun

Weil dann am Samstag keine Gäste mehr kamen, schloss das Team die Badi bereits am Mittag. «Wenn es Gäste hat, haben wir natürlich von 10 bis 19 Uhr offen. Wenn aber niemand kommt, stehen wir hier nicht den ganzen Tag herum», sagt Seitz. Dies habe man auch in den vergangenen Tagen so gehandhabt, da nur jeweils eine Handvoll Leute kamen. Seitz: «Damit viele Gäste kommen und die Saison wirklich beginnen kann, braucht es klar höhere Temperaturen.» Die Badefreudigen, denen es zu lange dauert, bis der Sommer kommt, können bis dahin im Hallenbad Rosenau schwimmen gehen.

Die aktuellen Minusstunden hole man im Sommer schnell wieder rein, sagt Seitz. «Wir haben momentan auch ohne Gäste genügend Arbeit.» So muss das Team etwa die Schneeschäden beseitigen. «Von den Bäumen sind einige Äste abgebrochen. Wir sind vor allem mit Gartenarbeit beschäftigt.» Derzeit sind drei Badmeister angestellt. Das reiche in der Vorsaison. Im Sommer werde das Team aufgestockt.

Bleibt die Frage, ob es sich überhaupt lohnt, so früh bereits den Badibetrieb aufzunehmen. Seitz erklärt, dass man das Eröffnungsdatum schon Anfang Jahr festlegen müsse. «Wir müssen bereits im Januar unser Saisonpersonal anstellen und die Kassenzeiten festlegen.» Traditionsgemäss lege man das Eröffnungsdatum auf Anfang Mai. «Vor etwa sechs Wochen haben wir das Datum dann fixiert und den Vorverkauf gestartet. Wir wussten ja nicht, wie das Wetter sein wird, das ist schwierig abzuschätzen.» Jedes Schwimmbad habe da seine eigene Philosophie, was die Eröffnung angehe, ergänzt er.

Auch andere Schwimmbäder starten in die Saison

Nicht nur in Gossau konnte gebadet werden. Auch das Schwimmbad in Arbon hat bereits seit Samstag geöffnet. Das Freibad Sonnenrain in Wittenbach startet die Badesaison morgen Samstag – aber nur bei schönem Wetter. Falls dieses ausbleibt, ist weiterhin nur das Hallenbad in Betrieb. Ab morgen ist zudem der städtische Mannenweier offen. Am 13. Mai öffnen dann auch die restlichen Freibäder in der Stadt St. Gallen ihre Tore.