Baden neben der Baustelle

Kommende Woche beginnen im Freibad Lerchenfeld die Bauarbeiten für die neue Curlinghalle – mitten in der Badesaison. Der Zeitplan lasse es nicht anders zu, sagen die Verantwortlichen.

David Gadze
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Links baden, rechts bauen: Ein grosser Teil der Wiese im Freibad Lerchenfeld musste für Bauarbeiten für die neue Curlinghalle gesperrt werden. (Bild: Urs Bucher)

Links baden, rechts bauen: Ein grosser Teil der Wiese im Freibad Lerchenfeld musste für Bauarbeiten für die neue Curlinghalle gesperrt werden. (Bild: Urs Bucher)

Bewahrheiten sich die Wetterprognosen, kehrt zu Beginn der nächsten Woche der Sommer zurück. Doch ausgerechnet wenn dann die städtischen Badis wieder locken, fahren am Dienstag im Freibad Lerchenfeld die Bagger für die neue Curlinghalle auf. Ein grosser Teil der Wiese zur Zürcher Strasse hin ist bereits seit einiger Zeit abgesperrt.

Baubeginn kann nicht warten

Für die Badegäste sei es zwar «ärgerlich», dass ausgerechnet jetzt ein Teil des Freibads nicht benutzbar sei und sie neben Baumaschinen baden müssten, sagt Paul Battilana, Projektleiter des Curling Centers. «Wir wollten eigentlich bereits im April mit den Bauarbeiten beginnen.» Aufgrund verschiedener Verzögerungen habe der Termin nicht eingehalten werden können. «Ohne diese Verzögerungen wären wir schon längst am Bauen.»

Eine Verschiebung des Baubeginns liege zeitlich nicht mehr drin, sagt Battilana. «Damit die neue Halle rechtzeitig auf die Saison 2014 fertig wird, können wir nicht mehr warten.» Man habe «nicht einen Tag als Puffer». Hätten die Bauarbeiten erst im September oder Oktober angefangen, wäre die übernächste Curlingsaison ins Wasser gefallen. Denn die heutige Halle wird nach der kommenden Spielzeit im Frühling 2014 abgerissen. Sie ein weiteres Jahr stehen zu lassen, sei «keine Option» gewesen. «Wir warten seit zehn Jahren auf die neue Halle.»

Die lange Wartezeit habe verschiedene Gründe, sagt Battilana. «Wir hatten bereits ein fertiges Projekt für einen Ersatzbau anstelle der bisherigen Curlinghalle.» Nach der Eröffnung der neuen Eishalle im Jahr 2005 sei von der Stadt geprüft worden, wie Synergien zwischen den beiden Hallen am besten genutzt werden könnten. Dabei habe sich der neue Standort als beste Lösung herausgestellt. «Wir mussten also mit der Planung von vorne beginnen.»

Komplexe Planung und Arbeiten

Diese sei unter anderem wegen der Beschaffenheit des Bodens äusserst komplex gewesen und habe sich über Monate hingezogen. Aber auch die Bauarbeiten dürften laut Battilana anspruchsvoll werden. Man komme mit ihnen wahrscheinlich in den Winter hinein, bevor mit dem Endausbau begonnen werden könne. Allein der Aushub werde etwa bis Ende September dauern. Ein Teil der Curlinghalle komme unter den Grundwasserspiegel. «Das Fundament muss mit zahlreichen Pfählen verstärkt und verankert werden.»

Mitte April hat das Curling Center schliesslich die Baubewilligung erhalten. «Erst dann konnten wir uns für die Fördergelder von Sporttoto, auf die wir nicht verzichten wollten, bewerben. Bis zu deren Entscheid durften wir jedoch keine Aufträge vergeben, sondern sie nur ausschreiben.»

Auch beim Sportamt ist man froh, dass endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. «Eine Verschiebung hätte nichts gebracht», sagt Leiter Marcel Thoma. So bestehe immerhin die Hoffnung, dass im nächsten Sommer das Sonnendeck auf dem Dach der Curlinghalle genutzt werden könne.

Eröffnung im Herbst 2014

Laufen die Arbeiten nach Plan, wird die neue Halle im September 2014 eröffnet. Die Kosten belaufen sich auf 5,6 Millionen Franken. Die Stadt St. Gallen leistet einen einmaligen Beitrag von 400 000 Franken und ein langfristiges Darlehen von 4,2 Millionen. Auch die Kosten von 1,8 Millionen für bauliche Anpassungen an der Eishalle und am Freibad trägt die Stadt. Der Curlingverein zahlt eine Million.