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AUTOBAHNDECKEL: Kosten unter die Lupe nehmen

Mit der geplanten Überdachung der SA1 könnten sich die Olma-Messen vergrössern. Die Fraktionen begrüssen die Pläne, wollen für die Stadt aber auch ein Stück vom Kuchen haben.
Elisabeth Reisp
Die Autobahn soll einen Deckel (rot) erhalten, auf dem eine neue grosse Olma-Halle gebaut werden könnte. (Bild: Visualisierung PD)

Die Autobahn soll einen Deckel (rot) erhalten, auf dem eine neue grosse Olma-Halle gebaut werden könnte. (Bild: Visualisierung PD)

Der Deckel über der Autobahn SA1, der das Olma-Gelände erweitern soll, wird etwa 42 Millionen Franken kosten. Das bestätigte Olma-Direktor Nicolo Paganini an der Medienkonferenz von letzter Woche. Die Kosten sollen, so Paganinis Wunsch, je zu einem Drittel auf Kanton, Stadt und Olma-Messen aufgeteilt werden. Paganini: «Die neue Halle auf dem Deckel wird zwischen 80 und 120 Millionen Franken kosten. Diesen Betrag können wir stemmen. Beim Deckel brauchen wir aber Unterstützung.»

Ob die Stadt die Last mitträgt, entscheidet das Parlament. Wird das fakultative Referendum ergriffen oder übersteigt der zu gewährende Kredit 15 Millionen Franken, stimmt gar das Volk in letzter Instanz darüber ab. An der Medienkonferenz gab sich der Olma-Direktor optimistisch, dass die St.Galler «ihre» Olma unterstützen werden. Wenn nicht, müsste man sich überlegen, ob das Projekt ohne Unterstützung der Bevölkerung überhaupt Sinn mache. Grundsätzliche Unterstützung darf er aber zumindest von den Fraktionen erwarten, wie eine Umfrage bei Fraktions- und Parteipräsidenten zeigt. Doch auch sie werden die Vorlage, wenn sie denn erst einmal vorliegt, kritisch untersuchen, lautet ein erstes Fazit.

Olma-Messen müssen konkurrenzfähig bleiben

Daniel Rüttimann, Fraktionspräsident der Grünliberalen, sagt, seine Fraktion sei dem Projekt Autobahndeckel gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt. Seiner Ansicht nach müsste aber auch die Stadt einen Nutzen aus dem Deckel ziehen. Indem die neugeschaffene Fläche beispielsweise auch für den Fuss- und Veloverkehr als direkte Verbindung zum Bahnhof St.Fiden genutzt werden würde. «Aber die Kosten müssen gut überlegt sein», sagt Rüttimann.

Ähnliche Überlegungen hat sich auch CVP-Präsident Michael Hugentobler gemacht. «Die Stadt sollte zwischen Bund und Olma stehen, so könnte sie etwa Vergünstigungen bei Eigenbedarf oder ein Vornutzungsrecht aushandeln.» Ein schwieriges Anliegen, weil der Stadtpräsident auch Präsident der Olma-Messen ist. «Er muss den richtigen Hut zur richtigen Zeit anhaben», sagt Michael Hugentobler zur Rolle von Thomas Scheitlin. Den Deckel an sich stellt er nicht in Frage. Er löse im Gegenteil zwei Probleme: «Es gibt mehr Platz für die Olma, und der Verkehr der Autobahn, die mitten durch die Stadt führt, wird ein weiteres Stück unter die Erde gelegt.»

Die mutmasslich 14 Millionen Franken, die das Projekt für die Stadt kosten würde, seien für die Stadt machbar, lautet der einhellige Tenor. FDP-Fraktionspräsident Roger Dornier stellt aber die Höhe der Kosten für den Deckel grundsätzlich in Frage. «Die 42 Millionen gilt es genau zu hinterfragen.» Die Erweiterung der Olma stellt Dornier aber nicht in Frage. «Die Olma-Messen haben eine grosse Konkurrenz im In- und Ausland und müssen Schritt halten können.»

Die SVP-Fraktion ist ebenfalls grundsätzlich für die Unterstützung des Projekts, sagt deren Fraktionspräsidentin Karin Winter-Dubs. «Voraussetzung ist aber, dass das Land vom Bund in einem Zwischenschritt der Stadt im Baurecht übergeben wird und die Stadt dann das Land wiederum im Baurecht den Olma Messen überlässt.» Die Chance müsse genutzt werden, damit die Olma-Messen auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben. «Das kommt am Schluss der Stadt und der Standortattraktivität zugute», sagt Karin Winter-Dubs.

Standort der Olma in Frage stellen

Für diese Art von Baulandgewinnung kann sich auch die Fraktion der Grünen/Jungen Grünen erwärmen. «Nach meiner Einschätzung stehen die St.Gallerinnen und St.Galler quer durch die Fraktionen zu ihrer Olma, und die Deckelung der Autobahn zur Gewinnung von Baufläche dürfte allseits Zustimmung finden», sagt Fraktionspräsident Clemens Müller.

Im Parlament werde das Projekt seiner Einschätzung nach aber auf jeden Fall zu diskutieren geben. «Bei dieser Gelegenheit wird sich sicher die Frage stellen, ob die Olma auf lange Sicht am bisherigen Standort angesiedelt bleiben muss.» Die Stadt müsse sich Handlungs- und Planungsoptionen vorbehalten.

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