Auto-Initiative, Schuldenbremse: Schlechtes Polit-Theater

«Mobilitäts-Initiative: Bürgerliche für mehr Autoverkehr», Ausgabe vom 18. August. «Schuldenbremse: Die Schulden sollen sinken», Ausgabe vom 27. August. «Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.» Das ist ein Zitat aus Shakespeares Hamlet. Das Stück wird derzeit in der Lokremise aufgeführt.

Thomas Schwager Kantonsrat Grüne Cunzstrasse 19, 9016 St. Gallen
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«Mobilitäts-Initiative: Bürgerliche für mehr Autoverkehr», Ausgabe vom 18. August.

«Schuldenbremse: Die Schulden sollen sinken», Ausgabe vom 27. August.

«Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.» Das ist ein Zitat aus Shakespeares Hamlet. Das Stück wird derzeit in der Lokremise aufgeführt.

Das Zitat passt aber auch gut zu einem Theaterstück aus der Feder einiger bürgerlicher Lokalpolitiker. Im ersten Akt lancieren CVP, FDP und SVP-Exponenten eine Auto-Initiative. Ganz so, als ob das Autofahren in unserer Stadt in seiner Existenz bedroht wäre. Das Gegenteil ist bekanntlich der Fall: In einem von den Tiefbauämtern erhobenen Städtevergleich Mobilität von Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich steht St. Gallen mit einem Autoanteil von 38 Prozent an allen zurückgelegten Wegen an der Spitze.

Im zweiten Akt fordern Politiker aus FDP und CVP eine Schuldenbremse für die St. Galler Stadtfinanzen. Spätestens hier wird aus der Komödie eine Tragödie: Die teuerste Variante, ein Verkehrsproblem nicht zu lösen, ist der Bau neuer Strassen und Tunnels.

Weniger Tollheit in der Politik: Das wäre der erste Schritt zur Lösung von Verkehrsproblemen und zur gesunden Entwicklung der St. Galler Stadtfinanzen. Wer nicht die Linksgrünen wählen mag, der findet zumindest bei den Kandidierenden der CVP noch Politikerinnen und Politiker, die das Schauspiel durchschaut haben.