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AUSZEICHNUNG: Pflegepreis für das Pelago

Die besten Schweizer Praxisprojekte wurden am Demenzkongress in St. Gallen ausgezeichnet. Das regionale Pflegeheim Pelago für seinen speziellen Gottesdienst für schwer demenziell erkrankte Menschen.
Susi Saxer, Mitarbeiterin der Fachstelle Demenz der FHS St. Gallen, überreichte Heimleiterin Ingrid Markart und Claudia Longoni (von links) vom Pelago-Pflegeheim der Region Rorschach das Zertifikat für den dritten Platz des Viventis-Pflegepreises 2017. (Bild: Basil Höneisen)

Susi Saxer, Mitarbeiterin der Fachstelle Demenz der FHS St. Gallen, überreichte Heimleiterin Ingrid Markart und Claudia Longoni (von links) vom Pelago-Pflegeheim der Region Rorschach das Zertifikat für den dritten Platz des Viventis-Pflegepreises 2017. (Bild: Basil Höneisen)

Jeden zweiten Montag kurz vor 15 Uhr: Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner der geschützten Pflegewohngruppe im Pelago sitzen in einem Kreis in der Stube. Aus dem CD-Spieler ertönt der Klang einer Kirchenglocke. Die reformierte oder katholische Seelsorgerin begrüsst jede Bewohnerin und jeden Bewohner mit Namen. Dann werden Lieder gesungen, live begleitet, biblische Geschichten in einfacher Sprache erzählt, Bilder gezeigt. Abschliessend gibt ein weiteres Musikstück den Bewohnerinnen und Bewohnern Zeit, um einfach da zu sein. Meistens beginnt jemand zu applaudieren, sobald der letzte Ton verklungen ist. Die anderen steigen mit ein. Applaus mag in einem Gottesdienst ungewöhnlich sein. Für die Bewohnerinnen und Bewohner, denen oft nur wenige Worte geblieben sind, ist es eine Möglichkeit, ihre ­Gefühle auszudrücken und sich als Gruppe zu erleben. «Die Gottesdienste haben sich als Höhepunkt des Alltags der Wohn­gruppe etabliert», sagt Claudia ­Longoni, Mitarbeiterin des Rorschacher Pflegeheims Pelago.

Gottesdienst als Möglichkeit des Zusammenseins

Rund 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner nehmen an den Gottesdiensten teil – unabhängig von ihrer Religion oder Konfession. Jeder Dienst ist betreut durch Seelsorgerinnen, Angehörige können ebenfalls dazusitzen. «In diesen Stunden gibt es ausschliesslich Mitfeiernde. Es wird nicht getrennt nach Fürsorgegebenden und -empfangenden», sagt Longoni. Der Alltag könne mit fortgeschrittener Demenz nicht mehr geteilt werden, gemeinsames Tun sei fast nicht umsetzbar. «Gespräche werden seltener, Spaziergänge schwieriger.» Die Gottesdienste würden das Personsein stärken. Gemäss Longoni ist dieses Angebot eine Möglichkeit, miteinander zu tun und zu erleben. Bewohnerinnen und Bewohner könnten aktiv mitsingen, zuhören und beten. «Das Klatschen nach den Musikstücken ist zum Beispiel eine Aktivität, welche die Gruppe selbst initiiert.»

Auf neuen Wegen zu mehr Lebensqualität

«Der lebendige Austausch zwischen Pflegepraxis und Wissenschaft ist ein wichtiges Anliegen des St. Galler Demenzkongresses», sagt Susi Saxer, Mitarbeiterin der Fachstelle Demenz der FHS St. Gallen. Aus diesem Grund haben die Fachstelle Demenz und die Viventis-Stiftung im Februar 2017 die Ausschreibung für herausragende Praxisprojekte lanciert. Gesucht waren zum übergeordneten Thema «Personzentriert pflegen – aber wie?» innovative Pflegeansätze zur Förderung des Wohlbefindens von Menschen mit Demenz, der pflegenden Angehörigen oder der professionellen Pflegenden. Um den Viventis-Pflegepreis konnten sich Praxisorganisationen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich bewerben. Gesamt wurden 15 Projekte aus der ganzen Deutschschweiz eingereicht. Die Bewertung erfolgte durch eine Jury, bestehend aus Fachexpertinnen und -experten aus Praxis und Wissenschaft mit Erfahrung und Fachkompetenz im Bereich Demenz. Zur Evaluation wurden die Projekte anonymisiert.

Die Jury wählte in drei Evaluationsschritten die drei besten Projekte aus. Die besten beiden wurden dann von zwei Vertreterinnen von Praxis und Wissenschaft vor Ort begutachtet. Das regionale Pflegeheim Pelago wird mit dem dritten Platz des Viventis-Pflegepreises 2017 ausgezeichnet. (pd)

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