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AUSSTELLUNG: Kunst per Mausklick und Pinsel

Der leidenschaftliche Maler Roland Büchler stellt seine Bilder zurzeit in St. Gallen aus. Für den Rorschacherberger eigentlich unüblich: Ausserhalb der Ostschweiz werde seine Kunst mehr geschätzt.
Roland Büchler hat 2004 angefangen zu malen. (Bild: Lisa Wickart)

Roland Büchler hat 2004 angefangen zu malen. (Bild: Lisa Wickart)

«Man wird süchtig», sagt Roland Büchler. Er steht in seinem kleinen Atelier, dessen Wände voll mit abstrakten Bildern sind. Seitdem er in seinem Haus eine künstlerische Werkstätte hat, malt der Bildermacher manchmal bis in die Nacht. «Ich experimentiere gerne mit Farben», sagt der Rorschacherberger. Dies sieht man in seiner neusten Ausstellung: Unter dem Namen Alpstein Series hängen im «Schlössli» Haggen in St. Gallen bunte Bilder des Künstlers. Bei Büchler strahlt der Hohe Kasten unter dem ockerfarbenen Himmel in grellem Grün. Der knallgelbe Säntis liegt zwischen lilafarbenen Gesteinsschichten. Entstanden ist die Bilderserie aber nicht per Pinsel, sondern am Computer. «Digital Art ist neben der abstrakten Malerei der zweite Teil meiner Arbeit.» Dabei verfremdet er Fotos mit einem Computerprogramm, bis sie ein neues Bild ergeben. «So kann sogar aus dem schlechtesten Foto etwas entstehen.»

Angefangen hat Roland Büchler mit seiner Kunst vor dreizehn Jahren. «Während einer Kunstausstellung dachte ich mir, dass ich das auch kann», sagt der 64-Jährige. Drei Jahre lang hat er verschiedene Techniken ausprobiert, bis er 2007 zum ersten Mal ausstellte. So kam er zur abstrakten Malerei, vor drei Jahren zur Digital Art. Er male intuitiv: «Ich beginne ein Bild, indem ich ohne eine genaue Vorstellung Farbe auf eine Leinwand bringe.» Sobald er einen Ansatz erkenne, der ihm gefällt, forme sich ein Bild. Büchler male seine Bilder dabei nie ganz fertig. «Ich lasse immer Interpretationsfreiheit.» Er sehe einige Künstler, die immer bei der gleichen Technik blieben. Er hingegen probiere immer wieder Neues aus. «So habe ich auch schon Ähnliches gemalt wie der deutsche Künstler Gerhard Richter.» Dessen Werke sind auf dem Kunstmarkt die teuersten eines lebenden Künstlers.

«Von der Kunst zu leben, ist schwierig»

Büchler arbeitet neben der Malerei als selbstständiger Vermögensberater. Als Hobbykünstler möchte er sich nicht bezeichnen. «Man ist kein Hobbykünstler, wenn man jeden Tag malt», sagt er. Für seine kreativen Arbeiten brauche er an manchen Tagen mehr Zeit als für seinen Beruf. Zudem verkaufe er einen Teil seiner Bilder. «Je nach Ausstellung kommen keine oder gleich mehrere Bilder weg.» Von der Kunst zu leben sei jedoch schwierig. Um an Bekanntheit zu gelangen, würden sich viele Künstler bei Galerien anbiedern. Dies sei ihm zuwider: «Für mich ist das vergleichbar mit Prostitution.»

Seine Werke präsentiert Roland Büchler am liebsten ausserhalb der Ostschweiz. «In unserer Region sind Ausstellungen immer gleich», sagt er. Man werde als Künstler kaum akzeptiert, wenn man wie er keine Kunstschule oder Kurse besucht habe. «Viel zu oft geht es um den Namen und nicht um das Talent.» Für ihn sei es einfacher in der Ferne bekannt zu werden, als in der Region. So sei er nun zu einer eigenen Ausstellung in Bern gekommen. Auch zu internationalen Ausstellungen werde er eingeladen. Darauf verzichte er aber: «Der Aufwand dafür ist zu gross.»

Lisa Wickart

lisa.wickart

@tagblatt.ch

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